Regionale Marken

Verbraucher müssen erkennen können, was sie essen. Deshalb ist gesetzlich geregelt, wie Lebensmittel beim Verkauf gekennzeichnet sein müssen. Die Pflichtangaben und weitere grundlegende Vorschriften sind in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung festgehalten.

Über die Pflichtangaben hinaus gibt es besondere Eigenschaften von Produkten, welche nicht gekennzeichnet sein müssen, für Verbraucher jedoch interessant sind. Dazu zählen auch die Herkunft der Inhaltsstoffe und der Produktionsort. Über solche Eigenschaften können Markenzeichen Auskunft geben. Hersteller haben die Möglichkeit, sich die Inhalte und die Bildzeichen für eine Marke schützen zu lassen und so ihre Waren oder Dienstleistungen von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden.  


Regionalität als Marketinginstrument


Mehrere Supermarktketten haben eigene Regionalmarken mit Namen wie „Ein gutes Stück Heimat“, „Bestes aus unserer Region“ oder „Unser Norden“ geschaffen. Die Anforderungen an die Herkunft der Produkte und ihrer Bestandteile, sowie an den Produktionsort sind sehr unterschiedlich und für den Käufer kaum erkennbar.


Darüber hinaus haben deutschlandweit in den vergangenen 20 Jahren Erzeuger, Hersteller und Vermarkter, aber auch Bildungsträger, Städte und Gemeinden auf lokaler oder regionaler Ebene Initiativen und Vereine gegründet. Diese haben Regionalmarken entwickelt und sie patentrechtlich schützen lassen. Beispielsweise werden derzeit rund 1500 Produkte aus etwa 120 Unternehmen der Region Spreewald mit der „Dachmarke Spreewald“ gekennzeichnet. Weitere Beispiele sind „Rügen Produkt“, „Unser Land“, „Regionalmarke EIFEL“, „weserklasse“ oder „SooNahe“. Die Zertifizierung als Regionalmarke wird unter anderem durch Satzungen, Prüfrichtlinien und Vergabeordnungen geregelt. Die Kriterien sind dabei von Marke zu Marke sehr unterschiedlich und für den Käufer nur mit aufwändiger Recherche erkennbar.


Bundesländer mit eigenen Zeichen


Zahlreiche Bundesländer haben darüber hinaus Qualitäts- und Herkunftszeichen geschaffen, um „ihre“ regionalen Produkte besser zu vermarkten. Beispiele sind „Gesicherte Qualität Baden-Württemberg“ oder „Geprüfte Qualität Thüringen“. Auch diese Zeichen basieren auf sehr unterschiedlichen Kriterien und sind damit untereinander schwer vergleichbar.


EU-Label mit Mindestkriterien


Und schließlich gibt es noch geschützte geografischen Herkunftszeichen der Europäischen Union: Um das rote Label „Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)“ tragen zu dürfen, muss ein Lebensmittel in einem bestimmten Gebiet erzeugt und verarbeitet werden – so wie etwa die Stromberger Pflaume. Vergabevoraussetzung für das blaue Label „Geschützte geografische Angabe (g.g.A.)“ ist, dass eine Produktionsstufe vor Ort stattfindet. Holsteinischer Tilsiter, Westfälischer Schinken oder auch das Bamberger Hörnle tragen dieses Siegel.

Um Klarheit bei der Bezeichnung „Regionalität“ zu schaffen, hat das Bundesverbraucherministerium das „Regionalfenster“ entwickeln lassen. Wie hilfreich es tatsächlich ist, lesen Sie hier.

Genauere Informationen und Bewertungen zu einzelnen Siegeln gibt es auf www.label-online.de