Was ist regional

Der Begriff „Region“ ist gesetzlich nicht geschützt. Was genau „regionale Produkte“ sind, ist ebenfalls nirgends festgelegt. Also stellen Hersteller und Händler ihre eigenen, jeweils sehr unterschiedlichen Regeln auf: Einige definieren „Region“ als einen Umkreis von 30, 50 oder auch 100 Kilometern. Andere sehen die Herkunft der Rohstoffe, den Herstellungsort des Produktes oder auch den Verkaufsort als zentrales Merkmal. „Regional“ kann einen einzigen Ort oder Kreis meinen, ein Bundesland, einen Kulturraum („Franken“, „Allgäu“) oder auch einen größeren Teil Deutschlands („Süddeutschland“, „Ostdeutschland“).

Hinzu kommt: Bei zusammengesetzten Produkten ist in den seltensten Fällen ist klar, auf welchen Teil des Produktes sich „Regionalität“ bezieht. Im Idealfall würden in einer Region alle Rohstoffe gewonnen, dort verarbeitet und schließlich vermarktet. Das ist auch die Erwartung vieler Verbraucher. Tatsächlich stammt aber oft nur ein Teil der Rohstoffe aus der nahen Umgebung. Außerdem liegt der Produktionsort nicht immer in der ausgewiesenen Region. Und auch der Vertrieb oder das Marketing passieren häufig ganz woanders.

Für den Konsumenten heißt das: Hinter werbewirksamen Begriffen wie „Region“, „Nähe“ oder „Heimat“ stecken sehr unterschiedliche, für ihn nicht erkennbare Inhalte. Auch Nachfragen beim Händler oder Hersteller bringen bei Weitem nicht immer Klarheit. Ganz abgesehen davon, dass die meisten Verbraucher ihren täglichen Bedarf so einfach wie möglich und ohne umfangreiche eigene Recherchen einkaufen möchten. Beim Kauf von möglichst unverarbeiteten Produkten auf einem Wochenmarkt oder bei einem Direktvermarkter sind sie deshalb am ehesten auf der sicheren Seite. Informationen zu verschiedenen regionalen Labeln gibt es außerdem auf www.label-online.de.