Die Pflanze

Reis ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt - schon seit etwa 3.000 Jahren vor Christus wird er kultiviert. Ursprünglich stammt die Reispflanze aus Südchina oder Indien. Auch in Thailand wurde vermutlich schon um 3500 vor Christus Reis angebaut. Er fand zunächst im asiatischen Raum Verbreitung und gelangte schließlich bis nach Persien. Im Mittelmeerraum wurde er um etwa 800 vor Christus heimisch, während er erst im 17. Jahrhundert die USA und im 18. Jahrhundert Lateinamerika erreichte.

Botanisch gesehen gehört Reis zu den so genannten Spelzgetreidearten und wird wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Mais der Familie der Süßgräser (Gramineae, Poaceae) zugerechnet. Als Grundnahrungsmittel für etwa 50 % der Weltbevölkerung trägt Reis vor allem in asiatischen Ländern zur Deckung des täglichen Energiebedarfes bei. In den asiatischen Ländern ist Reis ein Kulturgut. Er ist eine Säule der Ernährung und eine wichtige Einkommensquelle zur Sicherung des Lebensunterhaltes der Menschen. Diese besondere Bedeutung spiegelt sich auch in der Sprache wieder. So bedeutet in vielen Ländern Asiens das Wort "essen" wörtlich übersetzt "Reis essen". In Thailand fragt man bei der Begrüßung "Hast Du heute schon Reis gegessen?", anstelle der Frage nach dem Befinden und wünscht man in Vietnam "Guten Appetit", so heißt das wörtlich "Lassen Sie sich den Reis schmecken". Das japanische Wort für Mahlzeit bedeutet auch "gekochten Reis essen" und in Sanskrit, der altindischen Sprache ist Reis "Der, welcher die Menschheit stützt".