Die Partner der gepa

Das gepa Fair Handelshaus bietet indischen Basmati-Reis, thailändischen Hom Mali-Reis (Jasminreis) und Lila Reis aus Fairem Handel an. Basmati- und Hom Mali-Reis sind auch in Bio-Qualität erhältlich. Der Hom Mali wird als geschälter Reis und als Vollkornreis angeboten, der Basmati-Reis als teilgeschliffenes Produkt. Die Reiskörner werden nach dem Dreschen im Mörser gestampft, dadurch wird das Silberhäutchen teilweise abgeschmirgelt. Der Reis entfaltet dadurch seinen Duft und wird haltbarer. Wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, die in dem Silberhäutchen enthalten sind, werden nur teilweise entfernt. Somit ist der Reis unter ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten nicht ganz so wertvoll wie Naturreis, enthält aber mehr wichtige Nährstoffe als weißer Reis.


Bio Basmati-Reis aus Indien
Seit 1999 bezieht die gepa Basmati- und Bio-Basmati-Reis von der indischen Navdanya-Stiftung, der Export wird über die Firma Celestia abgewickelt. Die Stiftung wurde 1991 von der Physikerin Dr. Vandana Shiva gegründet, einer indischen Umweltaktivistin und Frauenrechtlerin. Sie erhielt 1993 den Alternativen Nobelpreis. Mitglieder sind Produzenten und Verbraucher. Die Stiftung, deren Name Navdanya "Neun Samen" bedeutet, verfolgt vielfältige Ziele. Eines davon ist die Bewahrung traditioneller Reissorten und der Artenvielfalt. So werden Kleinbauern in verschiedenen Teilen des Landes dabei unterstützt, Saatgutbanken einzurichten, damit sie einen eigenen Vorrat an Samen jener Sorten haben, die in der jeweiligen Umgebung am besten gedeihen. Welches Saatgut so bewahrt werden soll, wird in der Gemeinde selbst entschieden. Eine besondere Rolle und Aufgabe kommt dabei den Frauen zu, da sie für die Aufbewahrung zuständig sind. Weiterhin setzt sich die Stiftung  Navdanya gegen die gentechnische Veränderung von Saatgut und Pflanzen und für ein Verbot des Patentes auf lebende Organismen ein. Sie war maßgeblich an den landesweiten Protesten gegen das Basmati-Patent der USA beteiligt. Das Engagement der Stiftung Navdanya erstreckt sich auch auf gesellschaftlich-politische Strukturen im Land selbst. So wird z. B. eine "lebendige Demokratie" gefordert, die sich an dem traditionellen System der Dorfräte orientieren soll.

In ganz Indien haben sich etwa 20.000 Bauern der Navdanya-Stiftung angeschlossen. Der Basmati-Reis wird von etwa 200 Bauern in Nordindien produziert. Die Stiftung versorgt die Bauern mit kostenlosem Saatgut. Sie sind im Gegenzug verpflichtet, die gleiche Menge, die sie erhalten haben, an Navdanya nach der Ernte zurück- oder das Saatgut an drei benachbarte Bauern weiterzugeben. Der Reisanbau ist für die Bauern sehr harte Arbeit, das Pflügen der Felder erfolgt mit Ochsengespannen, das Setzen der Reispflanzen und die Ernte sind Handarbeit. Navdanya kauft den Bauern ihren Rohreis zu fairen Preisen ab. Dadurch können sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, Schulgelder für die Kinder bezahlen und Investitionen tätigen. Die Stiftung sorgt außerdem für die Vermarktung des Reises und anderer Produkte der Mitgliedsbauern im In- und Ausland, z. B. im stiftungseigenen Laden in Neu Delhi und über den Fairen Handel.

Bio Hom Mali aus Thailand
Seit 1994 unterhält die gepa in Thailand Handelsbeziehungen mit der Kleinbauerngenossenschaft Green Net. Wichtigstes Ziel der Genossenschaft ist es, die Lebensbedingungen der Bauern zu verbessern. Green Net vertritt mit den Mitgliedern lokaler und regionaler Kleinbauernorganisationen im Nordosten Thailands insgesamt etwa 1.000 Bäuerinnen und Bauern. Viele von ihnen haben sich mit dem früher betriebenen intensiven Reisanbau durch den Ankauf von Düngemitteln, sinkende Erträge und die Abhängigkeit von Händlern verschuldet und mussten in die Städte abwandern, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

Green Net setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft ein und beteiligt sich aktiv an Kampagnen gegen Gentechnik und die Patentierung von Reissorten. Die Organisation fördert den Anbau robuster Reissorten, die unter den gegebenen Standortbedingungen optimal gedeihen. Green Net fördert außerdem den Reisanbau nach ökologischen Kriterien und unterstützt Bauern bei der Umstellung, die unter anderem aus den Fair-Handelsprämien finanziert wird. Zwar ist dieser Anbau arbeitsintensiver für die Bauern, aber die Kosten sind deutlich niedriger und die Erträge nicht geringer als beim konventionellen Anbau. Durch die Bio-Prämien beim Fairen Handel sind zudem die Verdienstaussichten besser. Die Organisation unterstützt die Kleinbauern zudem in der Vermarktung ihrer Produkte über den Fairen Handel sowie ein Netz von Naturkostläden im Inland, das sie selbst aufgebaut hat. Angeboten werden neben Bio-Reis auch Bio-Gemüse, Kräuter und Naturtextilien. Für den Reis erhalten die Produzenten kostendeckende Preise. Dadurch soll ein besseres, stabiles Einkommen erreicht werden, das den Lebensunterhalt sichert, zum Abbau von Schulden beiträgt und weitere Landflucht verhindert. Die Mitglieder haben z. B. Saatgutbanken eingerichtet, um einen eigenen Vorrat aufzubauen, in den Dorfgemeinden gibt es Schulen und Gesundheitszentren. Im Rahmen des ökologischen Reisanbaus werden innerhalb der Reisbecken auch Fische gezüchtet und Enten gehalten, die für den Eigenbedarf oder den Verkauf geschlachtet werden. Die Bauern errichteten zudem Reismühlen und gründeten unter anderem die Nature Care Rice Mill Group. Diese Betriebe verhalfen den Bauern zu größerer Unabhängigkeit von Zwischenhändlern und Weiterverarbeitern und ermöglicht eine Verarbeitung des biologisch erzeugten Reises ohne Verunreinigungen. Ein Teil der Erträge fließt in soziale Programme wie etwa Stipendien und einen Fonds für Krankheiten und Unfälle. Außerdem schaffen die Reismühlen und Verpackungsbetriebe zusätzliche Arbeitsplätze in der Region. Mit den Mehrerlösen aus dem Fairen Handel kann Green Net sich zudem um die Qualitätssicherung bei der Verarbeitung und Verpackung kümmern.

Green Net war entscheidend daran beteiligt, die thailändische Bio-Zertifizierungsorganisation ACT (Organic Agriculture Certification Thailand) aufzubauen. Inzwischen wurde ACT vom internationalen Dachverband der Organisationen des ökologischen Landbaus (International Federation of Organic Agriculture Movementsals, IFOAM) als Bio-Zertifizierungsorganisation anerkannt. Vor Ort bietet ACT den Bauern Beratung und Schulungen zum ökologischen Landbau an.

Lila Reis aus Laos
Beim so genannten "Lila Reis" handelt es sich um eine Mischung aus etwa 40 % Klebreis, 40 % weißem Reis und 20 % lila Reis. Sie verfärbt sich bei der Zubereitung lila. In Laos wird lila Reis für die Zubereitung von Süßspeisen verwendet und ist eine Festtagsspezialität.

Die gepa bezieht diesen Reis aus Laos von der Produzentenorganisation ASDSP (Association de Soutien au Développement des Sociétés Paysannes au Laos). Diese Organisation vermarktet die Produkte von Kleinbauern im In- und Ausland und unterstützt die Produzenten unter anderem bei Anbau, Verarbeitung und Qualitätssicherung. Gefördert wird zudem der Anbau von traditionellen Reissorten. Die Zusammenarbeit mit ASDSP ermöglicht den Bauern einen Zuverdienst für die Sicherung ihres Lebensunterhaltes sowie Investitionen oder größere Anschaffungen wie den Kauf von Medikamenten.

ASDSP engagiert sich vor allem für den Schutz der Natur und einen nachhaltigen Reisanbau. Unter dem Motto "Bewässerungsprojekte statt Brandrodung" wurden zahlreiche Bewässerungssysteme für den Reisanbau eingerichtet. Dadurch kann die sonst übliche Brandrodung zur Gewinnung neuer Anbauflächen verhindert werden. Durch die Beratung, Unterstützung und Vermittlung von ASDSP konnten die Reis-Produzenten mithilfe von günstigen Krediten Staudämme bauen, wodurch für etwa 200 Familien der Reisanbau ohne Brandrodung möglich wurde. Konnten die Bauern früher nur einmal im Jahr Reis und Mais ernten, sind aufgrund der neuen Bewässerungssysteme nun zwei bis drei Reis- und Maisernten möglich. Auf diese Weise können die Reisbauern ihren Eigenbedarf decken und ihre Verkaufserlöse steigern.

ASDSP legt besonderen Wert auf ökologischen Anbau und vermittelt den Reisbauern die entsprechenden Kenntnisse. Eine Zertifizierung konnte bisher aus Kostengründen noch nicht vorgenommen werden, daher kann der Reis in Europa nicht als Bio-Produkt angeboten werden.