Projekte von Brot für die Welt

Die Hilfsorganisation Brot für die Welt unterstützt in Sri Lanka mit der Bewegung für eine nationale Land- und Agrarreform, MONLAR (Movement for National Land and Agricultural Reform). Das Netzwerk, dem Vereinigungen von Kleinbauern sowie Nichtregierungsorganisationen angehören, wurde 1990 gegründet. Ziel ist es, die Situation der Kleinbauern zu verbessern, die sich unter der Wirtschaftspolitik des Landes in den letzten Jahrzehnten immer weiter verschlechtert hat. Die jahrzehntelang gezahlten staatlichen Subventionen für die Reisbauern wurden in den 1970er Jahren fast völlig abgebaut. Dadurch kam es zu einem Verfall der Preise und einer Verarmung der Reisbauern. MONLAR macht durch Kampagnen- und Lobbyarbeit auf die Situation der Bauern aufmerksam. Ziel des Engagements von MONLAR ist ein Wechsel der Politik in Sri Lanka, damit durch entsprechende Gesetze notwendige und dauerhafte Veränderungen stattfinden können.

Die konventionelle Landwirtschaft bringt für die Bauern oftmals nur Verluste und führt zu Schulden, denn Düngemittel und Pestizide sind teuer. Die Preise, die für den Reis üblicherweise bezahlt werden, reichen nicht mehr aus, um die Produktionskosten zu decken, so dass für den Lebensunterhalt nichts übrig bleibt. MONLAR setzt sich daher für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, die deutlich weniger Kosten verursacht und zudem die Umwelt schont. Die Bauern erhalten Anleitungen und Tipps für den Anbau von Gemüse und Obst für die bessere Speicherung von Wasser, die Vermeidung von Bodenerosion und die Anwendung einer biologischen Schädlingsbekämpfung mit Nutzinsekten zur Reduktion des Einsatzes von teuren Insektiziden. So geschulte Bauern konnten ihre Erträge steigern und durch die eigenen Gemüse- und Obstgärten ihren Bedarf an Gemüse, Obst und Süßkartoffeln selbst decken. Der Verkauf der Überschüsse aus diesen Gärten brachte ihnen zusätzliches Geld. Die Ernährungssituation der Bauern und ihrer Familien konnte auf diese Weise ebenso wie ihre finanzielle Lage deutlich verbessert werden.

MONLAR ist Initiator einer breit angelegten Kampagne für faire Reispreise. Sie fordert u. a. einen staatlich garantierten Mindestpreis, die Abnahme von mindestens 50 % der jährlichen Reisernte durch den Staat zu diesen gesetzlichen Mindestpreisen und eine schnelle Bereitstellung der finanziellen Mittel. Das ist erforderlich, damit die Bauern nicht an private Händler zu niedrigen Preisen verkaufen müssen, um ihre Schulden, die durch die Produktionskosten entstanden sind, schnell zurückzahlen zu können. Weitere Forderungen der Kampagne betreffen die Landwirtschaftpolitik. So sollen ökologische Anbaumethoden gefördert und auf Pestizide verzichtet werden. Bei sinkenden Produktionskosten ließen sich so die Erträge steigern und die Umwelt schonen. Auf ihre Ziele und Forderungen macht MONLAR durch Protestdemonstrationen, Plakate, Filmvorführungen sowie die Vermittlung von Kontakten zwischen Politikern und Bauernorganisationen aufmerksam.