Palmöl und die Folgen

Palmöl in Süßigkeiten

Schokoriegel, Eis, Nougatcreme – das aus den Früchten der Ölpalme gewonnene Palmöl steckt auch in vielen Süßigkeiten, übrigens auch in Bio-Produkten. Die Lebensmittelindustrie verwendet Palmöl gerne, weil es Lebensmitteln zu verschiedenen Eigenschaften verhilft. So bringt es Schokolade zum Schmelzen, sorgt auch dafür, dass Margarine fest und orange wird.

Insgesamt wurden 2011 laut dem Verband der Ölsaaten verarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) weltweit 50,5 Millionen Tonnen Palmöl und Palmkernöl produziert. Gut 70 Prozent des Öls werden laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) für die Herstellung von Nahrungsmitteln verwendet.


Rohstoffe

Die harsche Kritik von Umwelt-, Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen an den katastrophalen ökologischen und sozialen Auswirkungen des Ölpalmen-Anbaus führte 2004 zur Gründung des „Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl“ (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) durch den World Wide Fund for Nature (WWF). Ziel war, nachhaltigere Methoden für den Ölpalmenanbau durchzusetzen. Zu den Mitgliedern des Runden Tisches gehören vor allem Unternehmen wie Unilever, BASF, Lidl, Kaufland, REWE, Henkel und die Beiersdorf AG , aber auch die Hilfsorganisation
Oxfam.

Der RSPO geriet in den folgenden Jahren immer stärker in die Diskussion. Umweltorganisationen wie Greenpeace, Rettet den Regenwald und Robin Wood kritisieren zu schwache Kriterien und mangelnde Kontrollen. Der RSPO betreibe „Greenwashing“ für große Unternehmen, so der Vorwurf. Andere Stimmen verweisen allerdings darauf, dass vor allem die lokalen Regierungen der Anbauländer für die katastrophalen Zustände vor Ort verantwortlich sind.

Indonesien beispielsweise, das Hauptanbaugebiet der Ölpalme, gehört laut der Organisation Transparency International zu den korruptesten Ländern der Welt. Für Verbraucher, die auf Produkte mit einem derart umstrittenen Inhaltstoff verzichten wollen, ist es gar nicht leicht zu erkennen, ob nun im Schokoladenhasen oder in der Praline Palmöl enthalten ist. Bislang bleibt dieses meist hinter Bezeichnungen wie „Pflanzenöl“ oder „pflanzliche Fette“ versteckt. Ab Ende 2014 muss Palmöl allerdings laut einer EU-Verordnung auch als solches gekennzeichnet sein.

Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik Palmöl.