Warum lieben wir Süßes

Süß ist eine besonders angenehme Geschmacksrichtung. Wie die anderen Geschmackswahrnehmungen sauer, salzig und bitter regt der Geschmack von Süßem die Geschmacksknospen auf der Zunge und im Rachen an. Als der Mensch noch in der Wildnis lebte,
musste er sich beim Ausprobieren von möglichen Nahrungsmitteln auf seine Zunge verlassen können. Ein bitterer Geschmack konnte auf etwas Giftiges verweisen, Saures auf etwas Verdorbenes.
So richtig positive Assoziationen weckte nur ein süßer Geschmack. Was süß war, galt als sicher, nahrhaft und wohltuend – wie Beeren und Obst.

So ticken wir bis heute. Warum Kinder wie Erwachsene (von seltenen Ausnahmen abgesehen) so sehr auf Süßes stehen, dafür gibt es aber auch noch andere Begründungen. Schon Embryos tummeln sich in süßlichem Fruchtwasser und nach der Geburt bekommen Säuglinge süße Muttermilch oder süßliche Milchersatzprodukte. Und nicht zuletzt spielt auch die Erziehung durch Eltern und Umwelt eine wichtige Rolle: Süßigkeiten werden als Belohnung, Trost, zur Beruhigung oder zur Bestechung eingesetzt. Und von den Herstellern mit großem Aufwand kräftig beworben.