Häufige Fragen

Wieso ist Bio-Wein teurer?
Ist alter Wein besser als junger?
Ist Wein mit Korkverschluss besser?
Gibt es Weine ohne Schwefel?
Ist Wein wirklich so gesund?
Was mache ich mit angebrochenen Flaschen?
Welcher Wein passt zu welchem Essen?
Gibt es gentechnisch veränderten Wein?
Was heißt die Angabe Volumenprozent?

Wieso ist Bio-Wein teurer?
Die Arbeit in einem ökologisch bewirtschafteten Weinberg und Weinkeller ist mit deutlich mehr Aufwand verbunden als im konventionellen Weinbau. Vor allem durch den Verzicht auf viele Schädlingsbekämpfungsmittel und leicht lösliche Dünger ist der Arbeitsaufwand im Weinberg größer - das schlägt sich auch im Preis nieder. Im Weinkeller zählen, bei konventionellen wie ökologischen Winzern, Hygiene, Sorgfalt, Geschick und Erfahrung, um qualitativ hochwertige Weine zu erzeugen. Im Bereich der gehobenen Qualitäten ist der Preisunterschied zwischen Bio-Weinen und konventionellen Weinen daher gar nicht mehr so groß.

Ist alter Wein besser als junger?
Nein, denn letztlich entscheiden Sie, was Sie mögen. Weißweine zum Beispiel schmecken meist jung am besten. Damit Lagerung überhaupt zu einem besseren Ergebnis führt, muss schon der abgefüllte Wein von sehr hoher Qualität sein.

Ist Wein mit Korkverschluss besser?
Der Verschluss ist kein Qualitätsmerkmal, so lange er unbeschädigt und sauber ist. Für den Wein ist es nicht wichtig, ob er durch echten Korken, Kunststoffstopfen oder sogar einen Schraubverschluss vor dem Luftsauerstoff geschützt wird. Zwar ist der Korken der klassische Weinverschluss, doch seine Qualität und Wirksamkeit sind keineswegs unumstritten. Ist er mit Chlor gebleicht oder mit umweltschädlichen Klebstoffen verleimt, ist er nicht das Wahre. Kunststoffkorken und Schraubverschlüsse haben dagegen auch Vorteile.

Gibt es Weine ohne Schwefel?
Nein. Da einige Mikroorganismen im Zuge der alkoholischen Gärung Schwefeldioxid freisetzen, enthält jeder Wein ein bisschen Schwefel. Allerdings ist die Menge, die der Kellermeister zum Stoppen der Gärung, zum Reinigen der Fässer und zum Stabilisieren des Weins einsetzt, unterschiedlich. Bio-Weine enthalten grundsätzlich weniger Schwefel als konventionelle, Rotweine weniger als Weißweine. Wie viel Schwefel ein Wein enthält, erfahren Sie auch bei Weinfachhändlern und Winzern. Enthält der Wein mehr als 10 mg Schwefel pro Liter, so findet sich auf dem Etikett ein Hinweis auf den Schwefel, nicht jedoch auf die konkret enthaltene Menge. Mehr zu Schwefel im Wein finden Sie hier.

Ist Wein wirklich so gesund?
Nein. Zwar sollen die im Wein enthaltenen Polyphenole sowie der Alkohol unter anderem günstige Wirkungen auf Arterien, Blutdruck, Cholesterinspiegel und das Herz-Kreislaufsystem haben. Dennoch bleibt Alkohol in erster Linie ein Zellgift, das schnell zur Sucht führt. Regelmäßig genossen, erhöht Alkohol das Risiko für Krebserkrankungen und schädigt Organe wie Leber und Bauchspeicheldrüse. Bei Frauen steigt das Brustkrebsrisiko schon bei geringen Mengen Alkohol an. Es gibt eine Reihe anderer Möglichkeiten, gesund zu leben. Mit Augenmaß genossen ist Wein auch sicher ein Bestandteil eines entspannten und fröhlichen Lebens. Medizin wird er dadurch nicht.

Was mache ich mit angebrochenen Flaschen?
Weiß- und Roséweine bewahren Sie am besten mit einem Weinverschluss verschlossen im Kühlschrank auf. Im Laufe einer Woche sollten sie ausgetrunken werden. Rotweine stellt man verschlossen in ein kühles Zimmer (maximal 20 °C) und trinkt ihn ebenfalls in den folgenden Tagen. Während junge Weine eine solche Behandlung gut vertragen, verlieren ältere schnell. Sie können den Weinrest auch zum Kochen verwenden.

Welcher Wein passt zu welchem Essen?
Hier ist erlaubt, was gefällt. Der Wein sollte dabei den Geschmack des Essens unterstreichen. Bei einem ausgedehnten Essen sollten die Weine mit jedem Gang stärker an Geschmack und Gehalt werden. Als Hilfestellung können Sie sich für die Auswahl der Weine folgende Regeln vor Augen halten:

  • Essig, Zitronensäure und Öl greifen den Weingeschmack an. Sie sollten deshalb nur in Maßen verwendet werden.
  • Der Alkohol im Wein verstärkt den Eindruck von Süße und Gewürzen.
  • Bitterstoffe im Wein oder auch in den Speisen (durch Rösten, Schmoren usw.) mäßigen die Säureempfindung.
  • Stark fetthaltige Speisen sind mit Weinen, die viel Säure, Gerbstoffe und Alkohol enthalten, bekömmlicher.
  • Salz steigert das Empfinden für Aromastoffe in Wein und Speisen.
  • Säurereiche Weine sollten nicht mit stark sauren Speisen genossen werden. Das schlägt oft auf den Magen.

Gibt es gentechnisch veränderten Wein?
Derzeit wird zwar an gentechnischen Veränderungen von Weintrauben und Hefen gearbeitet. Bisher ist aber kein Wein aus gentechnisch veränderten Trauben oder Hefen auf dem Markt. An Weintrauben wird vor allem mit dem Ziel geforscht, die Reben resistent gegen Pilze und Bakterien wie den Echten und Falschen Mehltau zu machen. Auch andere Eigenschaften wie Zuckergehalt, Kernlosigkeit, Farbe oder Kältetoleranz sollen mit Hilfe der Gentechnik verbessert werden. Die gentechnischen Veränderungen an Hefe sollen zu kürzeren Gärzeiten, Aromastabilität und erhöhter Gärleistung führen.

Neuerdings werden in der Weinherstellung auch Enzyme eingesetzt. Sie sollen bei Weißweinen beispielsweise die Saftausbeute erhöhen und bei Rotweinen zu mehr Farb-, Gerb- und Aromastoffen führen. Auch beim Klären und Schönen können solche Enzyme eingesetzt werden. Präparate mit Enzymen, die mit Hilfe der Gentechnik hergestellt wurden, sind bereits auf dem Markt.

Im ökologsichen Weinbau ist der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen und Hilfsmittel strikt verboten.
Mehr Informationen zum Thema Gentechnik in Wein und anderen Lebensmitteln finden Sie bei TransGen.

Was heißt die Angabe Volumenprozent?
Der Alkoholgehalt von Bier, Wein, Sekt und Spirituosen wird in Volumenprozent angegeben. Diese Zahl gibt Auskunft, wie viel Kubikzentimeter Alkohol in 100 ml (oder Kubikzentimeter) Getränk enthalten ist. Bei der Angabe 12,5 %vol auf einem Wein heißt das, dass 12,5 ml Alkohol in 100 ml enthalten sind, was 125 ml in einem Liter (1000 ml) Wein entspricht. Im Alltag ist aber die Menge reinen Alkohols in Gramm um einiges wichtiger, zum Beispiel um herauszufinden, wie viel Energie man in Form von Alkohol aufgenommen hat.

Alkohol ist leichter als Wasser. Das Gewichtsverhältnis zwischen Wasser und Alkohol beträgt 0,8 - ein Liter Alkohol wiegt also 800 g. Um zu errechnen, wie viel Alkohol tatsächlich in der Flasche oder im Glas ist, reicht es, die Volumenprozent mit 8 zu multiplizieren. (Langer Weg: 12,5*10 = 125 ml Alkohol pro Liter Wein, dann 125 ml * 0,8 g/L = 100 g Alkohol pro Liter)
Ein Wein mit 10 %vol hat demnach 80 g Alkohol pro Liter. In einem 200-ml-Glas sind 16 g reiner Alkohol.