Geschmack

Den Geschmack von Weinen zu beschreiben, ist zweifellos eine Kunst für sich. Doch die geschmacklichen Grundrichtungen von Wein und Sekt, wie trocken oder lieblich, hat der Gesetzgeber genau mit Hilfe der Gehalte von Restzucker und Säure definiert.

Wein
Hat Wein eine Restsüße von höchstens 9 g Zucker Liter und weicht der Gesamtsäuregehalt um weniger als 2 g davon ab, so heißt er trocken. Er ist fast oder vollständig vergoren.

Halbtrocken ist ein Wein, der zwischen 4 und 12 g pro Liter Restzucker oder, falls die Differenz zwischen Restzuckergehalt und Gesamtsäuregehalt kleiner als 10 g pro Liter ist, zwischen 9 und 18 g Restzucker pro Liter enthält.

Liebliche Weine enthalten zwischen 12 und 45 g Restsüße, süße Weine mehr als 45 g pro Liter.

Sekt
Sekt mit der Bezeichnung herb hat maximal 15 g Restzucker pro Liter. Bei 12 bis 20 g pro Liter spricht man von extra trocken. Trockener Sekt enthält 17 bis 35 g Zucker und halbtrockener 33 bis 50 g/l. Bei mehr als 50 g Restzucker pro Liter wird der Sekt mild genannt.

Diese grobe Beschreibung der Geschmacksrichtung finden Sie auf dem Etikett. Darüber hinaus ist zur Beschreibung alles erlaubt, was den Geschmack trifft. Wein kann zum Beispiel frisch, spritzig, frech, herb, fruchtig, harmonisch, lieblich, nach Beeren, Äpfeln oder Bittermandeln schmecken. Ein anderer ist vielleicht elegant, weich, aromatisch, samtig, würzig, erdig, ledrig, wuchtig oder plump. Der Dichter Robert Luis Stevenson lag also durchaus richtig als er feststellte, Wein sei Poesie in Flaschen.

Um Wein zu schmecken muss man ihn auch riechen, denn Geschmack entsteht auf der Zunge und im Nasenraum.
Manchmal riecht ein Wein nach Kork - dann ist er ungenießbar. Der Wein nimmt den Korkgeschmack an, wenn Schimmelpilze sich im Korken breitgemacht haben. Diesen Fehler kann man dem Wein nicht ansehen. Er hängt entscheidend von der Qualität der Korken ab und kommt daher immer wieder vor.

Nur bei Sherry ist ein Sherry-Geruch akzeptabel. Bei allen anderen Weinen ist dieser Geruch ein Zeichen von Oxidation, durch der Wein ungenießbar wird.

Auch wenn der Wein einen Geruch nach Essig verströmt, ist er nicht genießbar, weil sich durch Gärfehler zuviel Essigsäure in ihm gebildet hat.

Bei jungen Weinen kann auch ein schwefliges oder gäriger Geruch auftreten - das ist kein Grund zur Sorge, der Wein braucht einfach Sauerstoff. Lassen Sie ihn in einem offenen Gefäß, möglichst nicht in der Flasche stehen, bis der Geruch verflogen ist.