Deutsche Weine

Tafelwein
Auf der untersten Qualitätsstufe stehen Tafelweine. Sie bekommen von der amtlichen Weinprüfung keine Prüfnummer (AP-Nummer) und auch eine Geschmacksprüfung findet nicht statt. Das Mostgewicht, das auf den natürlichen Mindestalkoholgehalt der Weine hinweist, muss bei mindestens 44 °Oe (5 %vol), in Baden bei 6 % vol liegen. Der Gesamtalkoholgehalt wird zwischen 8,5 und 15 % vol erwartet und der Säuregehalt darf 4,5 g/Liter nicht überschreiten. In der Herstellung von Tafelweinen darf mit Traubenmostkonzentrat oder mit Hilfe von Kälte für eine höherer Alkoholausbeute gesorgt werden. Die Gebiete, aus denen deutscher Tafelwein kommen darf, sind im Weingesetz festgelegt. Gebiete für Deutschen Tafelwein sind demnach Rhein-Mosel (Rhein, Mosel, Saar), Bayern (Main, Donau, Lindau), Neckar, Oberrhein (Römertor, Burgenau) und Albrechtsburg.

Landwein
Deutscher Landwein darf ausschließlich aus 20, im Weingesetz festgelegten, Gegenden Deutschlands kommen, die auf dem Etikett angegeben sein müssen. Er ist eine gehobene Stufe des Tafelweins, bei der der natürliche Alkoholgehalt (das Mostgewicht) um mindestens 0,5 %vol über dem von Tafelwein aus demselben Gebiet liegen muss. Die Anreicherung mit konzentriertem Traubenmost ist ebenso untersagt wie die Aufkonzentrierung durch Kälte. Landweine sind stets trocken oder halbtrocken, weil der Restzuckergehalt 18 g/l nicht überschreiten darf.

Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA)
Der größte Teil der deutschen Weine sind Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete. All diese Weine stammen aus einem der 13 deutschen für Qualitätswein festgelegten Anbaugebiete: Ahr, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheingau, Rheinhessen, Pfalz, Franken, Württemberg, Baden, Saale-Unstrut, Sachsen.

Dabei werden die maximal zulässigen Hektarerträge gesetzlich beschränkt.  Die Weine werden nur aus Trauben eines dieser Anbaugebiete hergestellt. Sie müssen aus gebiets- und sortentypischen Rebsorten hergestellt sein, die von den jeweiligen Bundesländern der Anbaugebiete empfohlen wurden. Die Bundesländer entscheiden ebenso über das Mindestmostgewicht, das je nach Anbaugebiet zwischen 50 und 70 °Oe liegt (je südlicher, desto höher) und auf jeden Fall über dem von Landweinen liegen muss. Der Gesamtalkoholgehalt der QbA muss mindestens 7 % vol aufweisen. Dabei ist im Verlauf der Herstellung die Anreicherung mit Traubenmostkonzentrat ebenso verboten wie die Aufkonzentrierung des Mostes durch Kälte. Auch der Zuckerzusatz ist begrenzt: Lediglich 20 bis 28 Gramm Alkohol dürfen durch diese Anreicherung zusätzlich entstehen. Qualitätsweine müssen sich amtlich auf chemische und sensorische Eigenschaften überprüfen lassen. Sie bekommen eine Amtliche Prüfnummer, die AP-Nummer, die auf dem Etikett vermerkt wird.

Qualitätswein mit Prädikat
Höchste Anforderungen an Sortenart, Reife und geschmackliche Harmonie werden an Qualitätsweine mit Prädikat gestellt. Sechs verschiedene Prädikate stehen dabei für unterschiedliche Anforderungen. Je höher das Prädikat, desto höher ist auch das erforderliche Mindestmostgewicht, das von den Bundesländern der Anbaugebiete festgelegt wird. Für Prädikatsweine ist darüber hinaus die Anreicherung des Mostes mit Zucker vor der Gärung (Chaptalisation) verboten. Die Weinlese von Hand ist für alle Prädikatsweine außer Kabinett- und Eiswein Pflicht. Selbstverständlich erhalten auch Prädikatsweine nach eingehender amtlicher Prüfung eine AP-Nummer, die ebenso wie das Prädikat auf der Flasche angegeben werden muss.

  • Kabinett
    Dies ist die unterste Prädikatsstufe. Die Weine enthalten nur wenig Alkohol. Sie sind sortentypischer als vergleichbare QbA.
  • Spätlese
    Diese Weine dürfen frühestens 7 Tage nach der Lese für die Weine unterer Qualitätsstufen geerntet werden. Die Trauben sind daher reifer und enthalten mehr Zucker.
  • Auslese
    Weine dieses Prädikats werden die ausschließlich aus vollreifen Trauben hergestellt. Nicht vollreife und kranke Beeren werden aussortiert.
  • Beerenauslese
    Für die Weinbereitung dürfen hier nur überreife oder edelfaule Beeren verwendet werden. Die Edelfäule wird vom Botrytispilz verursacht und ist maßgeblich für den Geschmack. Beerenauslesen sind nicht in jedem Jahr zu ernten, daher sind sie entsprechend teuer. Die Beeren enthalten sehr viel Zucker, die Weine sind meist süß und lange lagerfähig.
  • Trockenbeerenauslese (TbA)
    Für Weine dieser sehr hohen Qualität werden ausschließlich rosinenartig eingeschrumpfte edelfaule Trauben verwendet. Die Weine sind süß und konzentriert im Geschmack. Weil die Erträge gering sind, sind TbA-Weine sehr teuer, aber über mehrere Jahrzehnte lagerbar.
  • Eiswein
    Das Mindestmostgewicht der Trauben für Eiswein entspricht dem für Beerenauslese, allerdings werden die Trauben hier erst bei Frost von -7 °C und kälter geerntet. Sie werden in gefrorenem Zustand noch im Weinberg gekeltert. So lässt sich das gefrorene Wasser leicht von den übrigen Bestandteilen trennen und nur die Fruchtbestandteile werden vergoren. Die Restzuckergehalte von Eiswein liegen sehr hoch.

Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein müssen mindestens 5,5 % vol Alkohol aufweisen, alle anderen Prädikatsweine mindestens 7 %vol.

Classic und Selection
Seit dem Jahr 2000 dürfen Weine auch mit den Bezeichnungen Classic und Selection bezeichnet werden, die zur leichteren Vermarktung deutscher Qualitätsweine im Ausland eingeführt wurden. Durch die Festlegung des Verhältnisses zwischen Zucker und Säure im Wein finden Verbraucherinnen und Verbraucher hinter diesen Bezeichnungen wiedererkennbare Geschmackserlebnisse.

Classic steht für Weine, die nur aus einer Rebsorte eines zugelassenen Anbaugebietes (gebietstypisch) hergestellt werden. Die Weine genügen höheren Qualitätsansprüchen, sind kräftig, aromatisch und halbtrocken. Das Mindestmostgewicht muss mindestens 1 %vol über dem Mindestmostgewicht der betreffenden Rebsorte liegen, der Wein am Ende einen Gesamtalkoholgehalt von mindestens 12 %vol (außer bei Weinen aus Mosel-Saar-Ruwer, hier mind. 11,5 %vol) haben. Maximal 15 g/l Restzucker sind erlaubt, wobei der Restzuckergehalt höchstens doppelt so hoch sein darf, wie der Säureanteil. Dieses Verhätlnis vermittelt den Geschmackseindruck "trocken". Auf Etiketten der Classic-Weine muss der Jahrgang angegeben werden, so dass Lieblingsweine schnell wiederzufinden sind.

Mit Selection können trockene Weine höchster Qualität bezeichnet werden. Sie wachsen auf ausgewählten Standorten, die den zuständigen Behörden eigens als Selection-Lagen gemeldet werden, sind handgelesen und nur mit geringen Erträgen (beschränkt auf 60 hl/ha) erlaubt. Selection-Weine dürfen frühestens am 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres abgefüllt werden, sie reifen also nach der Gärung noch lange. Sie müssen einen natürlichen Alkoholgehalt von 12,2 %vol aufweisen und bewegen sich damit auf dem Niveau der Auslese. Der Restzuckergehalt ist auf maximal 9 g/l beschränkt. Auch hier ist die Angabe des Jahrgangs Pflicht. Auf dem Etikett findet sich ebenfalls die Rebsorte, die typisch für das jeweilige Anbaugebiet ist. Nur diese Rebsorte wurde verarbeitet.

Besondere Weine
Für den Qualitätswein Liebfrauenmilch werden ausschließlich Trauben der Sorten Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau oder Kerner aus Pfalz, Rheinhessen, Rheingau und Nahe verwendet. Der Restzuckergehalt muss zwischen 18 und 45 g/l liegen, was Liebfrauenmilch zu einem lieblichen Wein macht.

Der Qualitätswein Moseltaler stammt aus dem Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer uns wird ausschließlich aus den Rebsorten Riesling, Müller-Thurgau, Elbling oder Kerner hergestellt. Sein Restzuckergehalt muss zwischen 15 und 30 g je Liter liegen, er ist damit halbtrocken bis lieblich. Mindestens 7 g/l Gesamtsäure sind vorgeschrieben.

Auf den Etiketten dieser beiden Weine ist die Angabe der Rebsorte unzulässig. Auch das Anbaugebiet darf nur so grob angegeben werden.