Algerien

Cooperatives des Viticulteures
Etwa 10.000 Menschen arbeiten auf den Weingütern der Kooperativen im Nordwesten Algeriens, die sich zur Union des Cooperatives des Viticulteures (COOPEVIT) zusammengeschlossen haben. Für viele Bauern ist der Weinbau die einzige Arbeitsmöglichkeit in diesen von hoher Arbeitslosigkeit gebeutelten Gegenden. In einigen Regionen, die stark von Erosionen bedroht sind, wirkt der Weinbau auch ökologisch, weil die Reben den Boden festhalten. Wegen der hohen Sonneneinstrahlung und den kargen Bergböden reifen die Trauben mit hohem Zuckergehalt. Daher weisen die algerischen Weine hohe Alkoholgehalte auf. Die staatliche Vermarktungsorganisation für landwirtschaftliche Produkte, die ONCV (Office National de Commercialisation des Produits Viti-Vinivoles), die dem algerischen Landwirtschaftsministerium unterstellt ist, ist auch für die Weiterverarbeitung und den Export der Weine verantwortlich. Die Organisationen des Fairen Handels setzen sich hier für mehr Unabhängigkeit der Erzeuger von staatlichen Stellen ein, doch noch immer stehen die Weinkooperativen unter staatlicher Aufsicht. Mit dem Zusammenschluss COOPEVIT erreichten sie aber etwas mehr Unabhängigkeit. So können die Kooperativen ihre Weine heute selbst verarbeiten und abfüllen, was ihnen bessere Preise ermöglicht. Ziel des Fairen Handels ist hier auch, die Hoheit der ONCV über den Export abzubauen, so dass die Kooperativen selbst exportieren können. Da dies bisher noch nicht geschehen ist, importiert die gepa die algerischen Rotweine Mascara und Cuveé de President über ONCV. El Puente bezieht auf diesem Wege den Rotwein Côteau de Tlemcen und Medea, einen Roséwein.