Wein aus Fairem Handel

Auf der Suche nach dem persönlichen Lieblingswein kann sich jeder an verschiedenen Qualitätsmerkmalen orientieren: Soll es ein einfacher Landwein sein oder lieber ein Prädikatswein? Klingen Weinlage und Rebsorte vielversprechend? Treffen Aussehen und Aroma des Weins den Geschmack? Nicht zu vergessen sind die Verfahren der Herstellung und des Handelns, wenn es um die Qualität geht.

Weingenuss ist meist mir schönen Bildern assoziiert. Arme Menschen und ausgebeutete Landschaften haben in diesen Bildern keinen Platz. Mit der Entscheidung für ökologisch erzeugten Wein unterstützen Weinfreunde den Erhalt der Natur. Wer lieber zu Weinen aus anderen Teilen der Welt greift, unterstützt mit Weinen aus fairem Handel auch die Winzer in Südafrika, Chile und Algerien. Für sie bedeutet fairer Weinhandel die Verbesserung ihres Lebensstandards, Schuldbildung für ihre Kinder und nicht zuletzt die Möglichkeit zu unabhängigem, selbstbestimmtem Arbeiten.

Wein wird weltweit unter sehr unterschiedlichen Bedingungen erzeugt. Daher konnte die FLO Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) lange Zeit keine weltweit allgemein gültigen Standards für den Fairen Handel mit Wein vorlegen. Erst im Jahr 2003 war es soweit - damals erhielt der erste Weinbaubetrieb in Südafrika eine Zertifizierung nach Fairtrade-Richtlinien. Seitdem tragen die Weine von Stellar Organics das Fairtrade-Siegel. Die Produzenten erhalten pro Kilogramm Trauben 0,15 Euro, der Fraitrade-Aufschlag beträgt 0,05 Euro/kg. Der Bio-Aufschlag liegt bei 0,026 Euro/kg Trauben. Langfristige Lieferverträge und Möglichkeiten der Vorfinanzierung sind selbstverständlich.

Daneben gibt es schon seit vielen Jahren auch anderen Fairen Wein in Deutschland - die Fairhandelsorganisationen gepa und El Puente haben mit den Weinerzeugern in Südafrika, Chile und Algerien jeweils eigene Modelle für das Weingeschäft erarbeitet.

Im Mittelpunkt steht jeweils die Bestrebung, die Arbeitsbedingungen der Weinbauern zu verbessern, örtliche soziale Strukturen zu erhalten und Ausbildungsmöglichkeiten für die Winzer und ihre Kinder zu schaffen. In den genannten Ländern existieren schon lange Weinbauorganisationen, die diese Ziele für ihre Beschäftigten und Mitglieder verfolgen und Vorbildcharakter für die Regionen haben. Diese Projekte unterstützen die Fairhandelshäuser, indem sie den Weinen den Absatz auf Europas Märkten erleichtern. Der Preis, den die Winzer im fairen Handel erhalten, richtet sich nach den Produktionskosten und den Weinpreisen auf den lokalen Märkten. Der mit den Partnerorganisationen ausgehandelte Mindestpreis liegt stets über den Produktionskosten. El Puente garantiert darüber hinaus die Vorfinanzierung der Produktion, so dass die Winzer für dafür nicht auf Kredite angewiesen sind.