Zum Beispiel Rohrzucker

Rohrzucker wird in vielen Ländern der Welt angebaut. Der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung ist dabei weit verbreitet. Auch chemisch-synthetische Düngemittel in den oft riesigen Zuckerrohr-Feldern sind die Regel. Im ökologischen Zuckerrohr-Anbau sind solche Chemikalien nicht erlaubt. Stattdessen setzt man auf die natürlichen Feinde der Schädlinge. Dem hohen Nährstoffbedarf der Pflanzen wird durch organische Düngung - unter anderem mit aus der Zuckerherstellung zurückbleibender Biomasse - Rechnung getragen. Die Zuckerrohrfelder bleiben über mehrere Jahre bestehen: Wenn das Zuckerrohr bei der Ernte abgeschlagen wird, bleiben unterirdischer Spross und Wurzeln im Boden. Aus diesen wächst eine neue Ernte heran. In diesem mehrjährigen Anbau gehen die Wurzelsysteme Symbiosen mit Bodenbakterien und -pilzen ein, die eine bessere Nährstoffversorgung der Pflanze ermöglichen. Zugleich ist das zunehmend dichte Wurzelgeflecht in der Lage, den Boden auch bei starken Regengüssen festzuhalten und so der Erosion fruchtbarer Erde entgegenzuwirken. Eine Anbauphase endet, wenn das Zuckerrohrfeld nicht mehr genug Ertrag bringt. Bis zur nächsten Anbauphase werden stickstoffliefernde Hülsenfrüchte angebaut oder das Land zur Viehweide genutzt, was ebenfalls zur natürlichen Düngung der Flächen beiträgt.

Die Zuckerrohrernte ist harte Arbeit. Vor dem Transport des Zuckerrohrs zur Fabrik müssen unter anderem die Blätter entfernt werden, um die Stangen besser handhabbar zu machen und das Transportgewicht zu verringern. Im konventionellen Anbau ist es üblich, die Felder vor der Ernte abzubrennen, um auf diese Weise die Blätter von den Rohren zu entfernen und zugleich Schädlingen und Unkräutern beizukommen. Diese so genannte Feuerrodung ist im ökologischen Anbau von Zuckerrohr nicht erlaubt, weil auf diese Weise auch zahlreiche Tiere und Pflanzen vernichtet werden. Der zugleich entstehende Qualm ist zudem gesundheitsschädlich.

Bio-Rohrzucker wird in der ökologischen Lebensmittelindustrie verarbeitet, ist aber auch - meist als Rohzucker - im Handel. Sie erkennen ihn an der Vorsilbe "bio", der Formulierung "aus kontrolliert ökologischer (oder: biologischer) Landwirtschaft", am Bio-Siegel oder den Zeichen ökologischer Anbauverbände.