Markt

Etwa 34 kg Zucker verbraucht jeder Bundesbürger im Jahr. Gemessen am Verbrauch in China (8 kg pro Kopf und Jahr) ist das viel, im Vergleich zu den Australiern (47 kg pro Kopf und Jahr) sind die Deutschen damit jedoch nur im Mittelfeld. Der größte Teil des Zuckers findet verarbeitet in Backwaren, Erfrischungsgetränken, Milchprodukten und Süßigkeiten seinen Weg in die Mägen der Verbraucher. Immerhin lässt sich jeder Bundesbürger durchschnittlich 31,9 kg Süßwaren im Jahr schmecken. Zusätzlich kauft er durchschnittlich 6,3 kg Zucker im Jahr, um ihn zu Hause zu verwenden.

In 127 Ländern der Welt wird Zucker aus Rüben oder Rohr gewonnen. Zuckerrohr, das in 79 Staaten angebaut wird, spielt dabei die deutlich wichtigere Rolle. Zuckerrübenanbau wird in 38 Staaten betrieben, mit China und den USA kultivieren insgesamt zehn Staaten beide Zuckerpflanzen. In der Europäischen Union bauen etwa 300.000 Landwirte Zuckerrüben an. Zusammen erzeugen sie jedes Jahr etwa 20 Millionen Tonnen Weißzucker. Davon stammen acht Millionen Tonnen allein aus Deutschland und Frankreich, die vor Polen, Italien und Großbritannien die mit Abstand größten Zuckerproduzenten der EU sind.

Die eigentliche Zuckerproduktion liegt in der EU in den Händen sehr weniger Firmen: Der mit etwa 22 % Marktanteil unangefochtene Marktführer ist Südzucker. Unter den 10 größten Zuckerherstellern der EU waren im Jahr 2005 drei deutsche Unternehmen, die zusammen einen Marktanteil von 36 % hatten. Zu den Abnehmern für den Zucker gehören zahlreiche Industriezweige. Der mit Abstand größte Teil geht allerdings in die Lebensmittelindustrie und dort in erster Linie in die Süßwarenherstellung und die Getränkeindustrie. So gingen im Wirtschaftsjahr 2004/2005 20 % des europäischen Verarbeitungszuckers in die Herstellung von Süßwaren und beinahe 17 % in die Produktion von Getränken.

Auf dem Weltmarkt wird nur ein Drittel der weltweit erzeugten Zuckermengen gehandelt. Der größere Teil wird entweder in den Erzeugerländern selbst verbraucht oder wird abseits vom Weltmarkt innerhalb von Abkommen mit Quoten und Präferenzen gehandelt. Weil auf dem Weltmarkt also nur die Überschüsse verkauft werden oder zusätzliche Nachfrage befriedigt, ist er geprägt von starken Überschuss- und Mangelsituationen und infolgedessen starken Preisschwankungen. Derzeit ist der Weltmarktpreis für Zucker niedrig, weil infolge steigender Preise, die ihren Höchststand im Januar 2004 erreicht hatten, viele Länder den Anbau ausgeweitet haben. Seit einiger Zeit wird der Zuckerpreis zudem von der Nachfrage nach Bioethanol bestimmt. Dieser aus Zucker gewonnene Alkohol wird als Treibstoffersatz Benzin beigemischt - in Brasilien, dem größten Zuckerhersteller der Welt, liegt der Anteil zum Beispiel bei 20 bis 25 %. Etwa die Hälfte des in Brasilien hergestellten Zuckers wird zu Bioethanol als Kraftstoff verarbeitet.