Die Verwertung

Das Sammelgut wird in spezialisierten Betrieben sortiert. Die fachgerechte Sortierung der so genannten "Originalsammelware" ist das A und O der Altkleiderverwertung. Etwa 30 bis 40 Prozent der Sammelware bestehen aus noch tragbarer Kleidung, der Rest teilt sich auf in textile Rohstoffe für das Recycling (etwa zur Herstellung von Dämm-Materialien oder Pappenlumpen) oder zur Herstellung von Putzlappen für die Industrie.

Bis zu 20 Prozent sind nicht mehr verwertbarer Müll, den der Sortierbetrieb kostenpflichtig entsorgen muss. Kleidung, Rohstoffe und Putzlappen werden in bis zu 200 verschiedene Fraktionen differenziert. Diese Feinsortierung ist reine Handarbeit, die viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert. Besonders gut erhaltene, top-modische Kleidung bildet die so genannte "Creme-Ware". Sie macht zwar nur einen sehr kleinen Teil der Kleidung aus, trägt aber wesentlich zum Betriebsergebnis bei. Diese Kleidung wird meist an Second-Hand-Läden in Deutschland und Westeuropa verkauft. Die übrige tragbare Kleidung wird vor allem nach Osteuropa und in afrikanische Länder verkauft. Die Sortierbetriebe haben meist einen festen Kundenstamm, für den sie gezielt bestimmte Qualitäten sortieren, wie beispielsweise Herrenhemden für afrikanische Abnehmer oder Winterware für Osteuropa. Auch die sortierten Materialien für Recycling und Putzlappenschneiderei werden ab Sortierbetrieb an entsprechende Verwerter verkauft. Allerdings sind die Preise für diese Materialien häufig nicht kostendeckend, da sie unter den Einkaufs- und Sortierkosten liegen. In der Kalkulation jedes Sortierbetriebes spielt daher die Vermarktung der sortierten tragbaren Kleidung eine entscheidende Rolle. Ohne den Verkauf von Second-Hand-Kleidung ließe sich das Recycling der anderen Sammelbestandteile nicht finanzieren.