Gebrauchtkleidung schafft Arbeit und Einkommen

Der Handel mit Gebrauchtkleidung bietet vielen Menschen in Tansania und Kamerun, aber auch in anderen afrikanischen Ländern, eine Einkommensmöglichkeit. So wie Anthony, der als Straßenhändler in Daressalam arbeitet. Damit verdient er im Schnitt umgerechnet 30 bis 40 Euro im Monat. Dafür muss er allerdings hart arbeiten: Morgens um fünf Uhr kauft er Damenkleidung bei einem Markthändler. Er hat sich auf qualitativ hochwertige Ware spezialisiert. Bevor er mit seiner Verkaufstour beginnt, bügelt Anthony die Kleidung, damit sie attraktiv aussieht. Seine Kundinnen sind vor allem Büroangestellte, die sich den Weg zum Altkleidermarkt sparen wollen. Er träumt von einem eigenen Marktstand, aber der ist teuer. So wird er wohl noch eine ganze Zeit lang durch die Straßen laufen, immer auf der Suche nach potenziellen Kundinnen...

Madame Madou aus Kamerun hat früher auch Gebrauchtkleidung verkauft. Inzwischen hat sie sich auf ihre Ausbildung als Schneiderin zurückbesonnen und verbindet beides miteinander: Sie kauft beispielsweise ein großes gebrauchtes T-Shirt für umgerechnet 10 Cent und näht daraus eine Kinderhose, die sie für 40 Cent verkaufen kann. An einem Arbeitstag schafft sie etwa 60 Hosen. "Ich verdiene nicht schlecht und kann davon meine Familie ernähren", sagt sie. Sorgen macht ihr allerdings die importierte Kleidung aus China, die oft billiger angeboten wird als Gebrauchtkleidung, aber von schlechterer Qualität sei. "Aber am Anfang sieht sie eben noch gut aus."