Häufige Fragen

Welche Kleidung ist für eine Kleiderkammer oder einen Hilfstransport geeignet?
Was kann in die Altkleidersammlung?
Muss ich die Sachen vorher waschen?
Wie erkenne ich, ob ein Sammler seriös ist?
Gibt es ein Siegel für Altkleidersammlungen?
Gibt es Alternativen zur Altkleidersammlung?
Was kann ich tun, damit der Altkleiderberg nicht weiter wächst?
Was finde ich im Second-Hand-Laden?

Welche Kleidung ist für eine Kleiderkammer oder einen Hilfstransport geeignet?
Wenn Sie mit Ihrer abgelegten Kleidung direkt bedürftige Menschen unterstützen möchten, gilt es einiges zu beachten. Der oberste Grundsatz ist: Nur Kleidung, die Sie selbst noch tragen würden, ist für die Kleiderkammer oder eine Hilfslieferung geeignet! Die zerrissene Jeans, der verfilzte Pulli und der fleckige Rock gehören nicht in die Hilfssendung, sondern in den Müll. Wichtig ist auch, dass Kleidung nur nach Absprache mit dem Empfänger gespendet wird: Kleiderkammern können im Winter keine Sommerkleidung gebrauchen, Hilfslieferungen nach Osteuropa sollten eher warme Alltagskleidung (auch in größeren Größen) enthalten als Abendgarderobe, usw. Bitte akzeptieren Sie es, wenn Hilfsorganisationen gerade in aktuellen Not- und Katastrophenfällen um Geld- statt um Sachspenden bitten. Sachspenden verursachen hohe Kosten für Transport und Lagerung und binden logistische Kapazitäten, die für die unmittelbaren Hilfsaktionen viel dringender gebraucht würden.

Was kann in die Altkleidersammlung?
Gut erhaltene modische Kleidung und Wäsche, Schuhe, Handtaschen, Plüschtiere, Pelze und Federbetten, gut erhaltene, nicht verschmutzte Heimtextilien (z.B. Tischdecken, Gardinen, Handtücher). Alles sollte gut verpackt sein, Schuhe müssen paarweise gebündelt werden. Falls Sie Ihren Altkleidersack in einen Container werfen, achten Sie bitte darauf, dass dieser nicht schon überfüllt ist. Dann nämlich könnten die Sachen nass und/oder schmutzig werden, was den ganzen Inhalt des Behälters wertlos macht.

Muss ich die Sachen vorher waschen?
Wenn die Textilien sauber sind, ist das nicht nötig. Völlig verschmutzte und fleckige Teile gehören ohnehin nicht in die Kleidersammlung, sondern in den Müll. Die Textilien werden je nach Bestimmungsort vor dem Transport desinfiziert. Viele Weiterverkäufer, z.B. Markthändler in Afrika, waschen und bügeln außerdem die Kleidung für ihre Kunden.

Wie erkenne ich, ob ein Sammler seriös ist?
Auf dem Sammelzettel oder Container muss Name und Anschrift des Sammlers genannt werden. Fehlen diese Angaben, sollten Sie schon misstrauisch sein. Auch besonders gefühlsbetonte Sammelaufrufe, die an die Hilfsbereitschaft appellieren ("Helfen Sie uns helfen - gegen die Armut in der Welt" o.ä.), sind Grund zum Misstrauen. Seriöse Sammler - ob gewerblich oder gemeinnützig - informieren offen und sachlich über den Zweck der Sammlung und die Verwendung des Sammelgutes, verstecken sich nicht hinter Fantasienamen und stehen auch für Auskünfte zur Verfügung.

Gibt es ein Siegel für Altkleidersammlungen?
Seit 1994 gibt es das Siegel des Dachverbandes FairWertung. Hier haben sich gemeinnützige Organisationen zusammengeschlossen, die ihre Kleidersammlungen nach den von FairWertung festgelegten Grundsätzen durchführen. Das FairWertung-Siegel bietet Spendern die Gewähr, dass die Erlöse aus diesen Sammlungen für die Arbeit gemeinnütziger Organisationen verwendet werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.fairwertung.de.

Gibt es Alternativen zur Altkleidersammlung?
Bevor Sie abgelegte Kleidung in den Sammelsack geben, überlegen Sie, ob es in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis nicht noch dankbare Abnehmer dafür geben könnte. Eine andere Möglichkeit ist der Verkauf über einen Second-Hand-Shop: Viele dieser Läden nehmen gebrauchte Kleidung auf Kommission und erstatten einen Teil des Verkaufspreises an die Lieferanten. Wenn Sie gut erhaltene Kleidung lieber direkt spenden möchten, erkundigen Sie sich bei entsprechenden Organisationen und Einrichtungen nach dem Bedarf. Nur eine Kleiderspende, die wirklich erwünscht und gebraucht wird, ist sinnvoll!

Was kann ich tun, damit der Altkleiderberg nicht weiter wächst?
Überdenken Sie Ihr Kaufverhalten. Natürlich wollen wir alle schick und modisch sein - aber das muss nicht unbedingt bedeuten, dass der Kleiderschrank überquillt. Achten Sie auf gute, langlebige Qualität, peppen sie zeitlose Stücke mit modischen Accessoires auf und kaufen Sie auch mal im Second-Hand-Laden ein. So produzieren Sie weniger Altkleider und schonen außerdem auch noch Ihren Geldbeutel. Vielleicht organisieren Sie auch mal eine Kleider-Tauschparty: Dazu laden Sie Freunde und Bekannte mit ihren ausrangierten Schätzen ein, sorgen für genügend Spiegel und Umkleidemöglichkeiten und vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten zu trinken und zum knabbern. Wetten, dass sich in ungezwungener Runde plötzlich Liebhaber/innen für ihre nicht mehr geliebten Kleidungsstücke finden? Im privaten Rahmen erfordert so eine Tauschparty wenig Organisation, Sie sollten nur darauf achten, dass genug Teilnehmer mit etwa der gleichen Konfektionsgröße mitmachen, sonst funktioniert das Tauschen nicht. Und natürlich sollte jede/r am Ende die nicht getauschten Reste wieder mitnehmen, damit die Gastgeber nicht darauf sitzen bleiben. Im größeren Rahmen werden Tauschpartys manchmal von Frauengruppen oder gemeinnützigen Organisationen veranstaltet.

Was finde ich im Second-Hand-Laden?
Sie waren noch nie in einem? Dann wird es aber Zeit! Second Hand ist etwas für Individualisten, die das Ausgefallene suchen. Konni Damer, Inhaberin des "Used Underground Fashion" in Münster, drückt es so aus: "Wir verkaufen nicht nur Mode, sondern ein Lebensgefühl." Tatsächlich macht es einfach Spaß, hier unter original 1970er und 1980er Jahre Klamotten nach Schrillem und Schrägem für die nächste Party zu suchen. Die Ware kauft Damer in Sortierbetrieben, wäscht und bügelt sie eigenhändig, bevor sie im Laden liebevoll dekoriert wird. Weil es hier um das Besondere geht, sind alle Artikel mit Einzelpreisen ausgezeichnet. Es gibt aber auch viele Second-Hand-Shops, die "Kilopreise" anbieten. Dort lassen sich besonders günstige Schnäppchen machen. Ein anderes Konzept verfolgen Second-Hand-Läden, die gut erhaltene, modische Kleidung von Privatleuten in Kommission nehmen und verkaufen, häufig in Kombination mit einem Sortiment preiswerter Neukleidung, beispielsweise aus Geschäftsauflösungen. Diesem Konzept folgt der Laden "Allerlei Schönes" in Berlin-Zehlendorf. Die Inhaberin hat sich auf XXL-Mode spezialisiert und damit viele treue Stammkundinnen gewonnen. Das sind nur zwei Beispiele von vielen - Second-Hand-Läden gibt es mittlerweile fast überall und für jeden Geschmack. Kaufen Sie öfter mal aus zweiter Hand, es schont die Umwelt und ihren Geldbeutel.