Weleda

Das Leitmotiv "Im Einklang mit Mensch und Natur" gilt seit der Gründung des Unternehmens 1921. Die WELEDA will als weltweit tätige Unternehmensgruppe den Menschen zur Erhaltung und Stärkung ihrer Gesundheit dienen. Die Unternehmensphilosophie richtet sich nach dem anthroposophischen Verständnis für Mensch und Natur.



Ratanhia aus Peru
Für die Herstellung von Mundpflegeprodukten (Zahncreme, Mundwasser) importiert WELEDA seit vierzig Jahren die Wurzeln der Ratanhia (Karmeria lappacea = Zahnwurz), einer traditionellen Heilpflanze der Andenvölker in Peru, Bolivien und Ecuador. Rathania wird in Wildsammlungen gewonnen. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Menge der exportierten Wurzeln allein in Peru von 20 auf schätzungsweise 80 Tonnen jährlich an. Die gestiegene Nachfrage und unsachgemäße Sammlung haben dazu geführt, dass die Pflanze stark dezimiert wurde.

Durch Unterstützung von WELEDA konnte im Schutzgebiet San Antonio/Arequipa (Peru) ein Projekt realisiert werden, das die Grundsätze des fairen Handels mit einem nachhaltigen Nutzungskonzept für die gefährdete Andenpflanze verbindet. Seit 2001 werden dort die Sammler über schonende Erntemethoden aufgeklärt. Dabei müssen die Nebenwurzeln vorsichtig ausgegraben werden, ohne die gesamte Pflanze zu beschädigen. Für die Mehrarbeit erhalten die Sammler einen höheren Preis. In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) wird der Anbau der Ratanhia erforscht. Eine gezielte Kultivierung dieser Pflanze bietet einige Probleme, da die Ratanhia mit einer Reihe anderer Pflanzen in einem halbparasitären Verhältnis steht und ohne sie nicht überleben kann. Erste Erfolge der Kultivierung konnten bereits verbucht werden. WELEDA deckt einen Teil des Exportes aus kultivierten Ratanhia-Pflanzen ab.
Das Projekt trägt zur nachhaltigen, schonenden Wildernte von Ratanhia sowie zum Erhalt der Biotope bei und ermöglicht die Kultivierung der gefährdeten Pflanze. Die sozio-ökologischen Wirkungen dieses Projektes sind vielfältig: Auf der einen Seite wird die Einkommenssituation der Sammler verbessert, auf der anderen Seite das Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit der Natur gestärkt.

Bio-Rosen aus der Türkei
Die Projektpartnerschaft wurde im Jahr 2000 aufgebaut, um den Bedarf von Rose Absolute (ätherisches Öl) für WELEDA Kosmetik zu decken. Für die Herstellung seiner Wildrosen-Pflegeserie benötigt WELEDA jährlich 1.000 Kilogramm Rose Absolute, wofür 900 Tonnen Rosenblüten der Sorten Rosa damascena und Rosa centifolia verarbeitet werden müssen.

Das Bio-Rosenprojekt im türkischen Isparta bietet ökologische, ökonomische und soziale Vorteile für die Anbauer und für WELEDA selbst. Auf einer Fläche von 45 Hektar wurde der Rosenanbau auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt. Durch das Anbauprojekt gewinnt WELEDA den qualitativ hochwertigen Rohstoff zu einem fairen Preis. Aufgrund der langfristigen Bindung mit den Anbaupartnern ist die Lieferung der ausreichenden Menge in der benötigten Qualität gesichert. Den Bauern bietet das Projekt die Chance zur Weiterbildung und durch eine dauerhafte Handelsbeziehung die Möglichkeit, ein gesichertes Einkommen zu erzielen. Die Umstellung auf biologischen Anbau trägt zum Schutz der Böden und des Trinkwassers vor Ort bei. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf die Gesundheit der dort lebenden Menschen und auf die Umwelt. WELEDA finanziert die Schulungen der Bauern sowie biologische Pflanzenschutzmittel. Vor allem bei der Ernte wird gezielt Familienarbeit gefördert, wodurch insbesondere Kleinfamilien die Möglichkeit erhalten, ihre Lebensqualität erheblich zu verbessern.
Das Projekt hat für die Region weit reichende Folgen. So ist die Existenz der Anbauer inzwischen vielfach vom Rosenanbau abhängig.