Kakaobutter

Der Kakaobaum (Theobroma cacao) ist in Brasiliens Amazonasgebiet und im Orinokogebiet beheimatet. Dort wurde er durch die Maya und Azteken kultiviert und verbreitete sich bis nach Mittelamerika. Nach der Eroberung dieser Gebiete durch die Spanier gelangten die ersten Kakaobohnen um 1520 nach Europa. Heute wird der Kakaobaum innerhalb eines 3.000 Kilometer breiten Gürtels rund um den Äquator angebaut. Um dem großen Kakaobedarf gerecht zu werden, wird die Kakaopflanze in Mittel- und Südamerika, Sri Lanka, Indonesien, Neuguinea und den Philippinen in großen Plantagen angebaut. Die Hälfte der Weltproduktion an Kakao kommt aus Zentral- und Westafrika.



Der Kakaobaum wird etwa vier bis acht Meter hoch und kann rund 60 Jahren alt werden. Für seine Entwicklung braucht er Temperaturen zwischen 25 und 28 °C, hohe Luftfeuchtigkeit und nährstoffreiche, durchlässige Böden. Die Früchte reifen in fünf bis acht Monaten und werden mit Hakenmessern abgeschnitten. Damit die Samen nicht in der Frucht keimen, werden sie den Früchten sofort entnommen. Im Verlauf der anschließenden Gärung werden Bitterstoffe abgebaut und die charakterisitischen braunen Farbstoffe sowie das Aroma gebildet. Nach etwa sechs Tagen wird die Fermentation abgebrochen und die Bohnen gewaschen und getrocknet. Sie werden sortiert, verpackt und in die Verbraucherländer transportiert. Erst hier werden die Kakaobohnen geröstet und weiter verarbeitet.


Die gurkenartige Früchte des Kakaos sind bei der Reife Trockenbeeren mit 50 bis 60 Samen. Die Samen, die so genannten Kakaobohnen, enthalten 50-58 % Fett. Das Fett, das Kakaobutter genannt wird, hat seinen Schmelzpunkt bei ca. 36 °C. Bei Raumtemperatur ist es spröde, leicht gelblich, hat einen schwachen kakaoartigen Geruch und einen milden Geschmack. Kakaobutter enthält überwiegend Glyceride der Palmitin-, Stearin- und der Ölsäure. Im flüssigen Zustand ist sie ein kräftig gelbes Öl, im festen ein weißliches Fett.

Die Kakaobutter wird überwiegend in der Lebensmittelindustrie eingesetzt und ist unter anderem für das angenehme Schmelzen von Milchschokolade im Mund verantwortlich. In der pharmazeutischen Industrie dient Kakaobutter der Herstellung von Zäpfchen. Die kosmetische Industrie nutzt die Kakaobutter vor allem zur Herstellung von Lippenstiften und Pomaden. Da die Kakaobutter beim Auftragen auf die Haut schmilzt, nimmt sie dem Körper Wärme und vermittelt so einen leicht kühlenden Effekt. Kakaobutter verleiht der Haut Feuchtigkeit und zeigt insbesondere für trockene, empfindliche Haut sehr gute pflegende Eigenschaften.