Kokosöl

Die Heimat der Kokospalme (Cocos nucifera) ist Südamerika. Ihre weite Verbreitung verdankt die Palme der Schwimmfähigkeit ihrer Früchte, die botanisch zu den Steinfrüchten gehören. Heute findet sich die Palme an den Küsten der gesamten Tropen zwischen den Wendekreisen und zählt dort zu den wichtigsten Wirtschaftspflanzen, die in großen Plantagen kultiviert werden. Die Palmen liefern ab dem zwölften Jahr volle Ernte und können bis zu 100 Jahre alt werden. Jeder Baum trägt jährlich etwa 50 bis 80 Früchte. In den Plantagen wachsen die Pflanzen nur etwa 30 Jahre, weil das Pflücken der Früchte der bis zu 30 Meter hohen Palmen ein gewagtes Unternehmen ist.

Durch Palmkletterer, manchmal auch mit Hilfe speziell abgerichteter Affen oder mit Messern auf langen Stangen werden die Kokosnüsse geerntet. Die Früchte werden von der faserigen Schale befreit, halbiert und zur Trocknung ausgelegt. Die Steinschalen enthalten das so genannte "Kopra", das an der Sonne, über Feuer oder in Trockenhäusern getrocknet und in Ölmühlen verarbeitet wird. Getrocknetes Kopra enthält 63-70 % Fett, das durch Pressen und Extraktion gewonnen wird. Anschließend wird das Rohöl raffiniert und desodoriert.

Bei Zimmertemperatur ist Kokos-Fett weich und weißlich bis schwach gelb. Es wird an der Luft schnell ranzig. Das gereinigte Fett (Palmin) ist reich an Capryl-, Laurin- und Myristinsäuren und dient hauptsächlich als Koch- und Bratfett sowie für die Margarinen- und Süßwarenherstellung. In der Kosmetik wird Kokosöl wegen seiner hautpflegenden Eigenschaften geschätzt. Es ist als Salbengrundlage, in Sonnenschutzmitteln und Körperpflegeprodukten von großer Bedeutung. Auch zur Herstellung von Seifen, die beim Reinigen die Haut weicher machen, wird Kokosfett verwendet.