Naturkosmetik-Labels

Die Richtlinien der Hersteller-Labels "Kontrollierte Naturkosmetik" und "Drei-Häuser-Logo" sind verbindliche Regelungen für Naturkosmetikprodukte. Sie verstehen sich als Mindeststandard für Herstellung und Qualität der so ausgezeichneten Kosmetika.

              


Die Kriterien regeln nicht nur den Einsatz von Emulgatoren, Konservierungsstoffen oder Farbstoffen. Sie legen auch die Mindestanforderungen an die Erzeugung sowie Verarbeitung der Kosmetikrohstoffe fest. So sollen z. B. die pflanzlichen Rohstoffe (pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte, Blütenwässer, ätherische Öle und Aromen) möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bzw. aus kontrolliert biologischen Wildsammlungen stammen. Beiden Zeichen gemeinsam ist auch der Verzicht auf Erdölprodukte und gentechnisch veränderte Rohstoffe. Im Bezug auf Tierversuche orientieren sich die Hersteller an den Kriterien der Tierschutzverbände.

Für Reformhaus-Hersteller sind tierische Rohstoffe generell nicht gestattet. Die BDIH-Richtlinie beschränkt das Verbot auf lebende Wirbeltiere. Damit können die Cochenille-Rotfarbstoffe aus Schildläusen und Seidenproteine der Seidenraupe verwendet werden.

Als Konservierungsstoffe sind entsprechend der BDIH-Richtlinie neben natürlichen Substanzen auch "naturidentische" Salicylsäure, Benzoesäure, Sorbinsäure und Benzylalkohol zugelassen. Neuform verbietet dagegen die Salicylsäure als zu aggressiv. Nach den neuform-Richtlinien erlaubt sind aber Phenoxyethanol, Paraben und Ameisensäure.

Künstliche Duft- und Farbstoffe sowie Polyethylenglykol-Derivate PEG (Emulgator) schließt der BDIH für Kosmetika strikt aus, wogegen neuform hier einige Ausnahmen zulässt.



Die Einhaltung der Kriterien für Naturkosmetika wird bei beiden Herstellerzeichen durch ein neutrales Kontrollinstitut überprüft. Gegenstand der Kontrollen sind auch die ökologische Verträglichkeit der Produkte im Sinne von umwelt- und ressourcenschonenden Herstellungsverfahren, die optimale Abbaubarkeit von Rohstoffen sowie der sparsame Einsatz wiederverwertbarer Verpackungsmaterialien.