Pflanzliche Gerbung

Eichenholz, Baumrinden, Gallen – seit Jahrtausenden verwenden die Menschen pflanzliche Gerbstoffe zur Herstellung von Leder. Über 300 solcher Gerbstoffe bekannt, doch da die pflanzliche Gerbung sehr lange dauert, greifen nur sehr wenige Gerbereien auf solche Gerbstoffe zurück. Diese Gerbereien nennen sich Altgerber. Verwendet werden zumeist Baumrinden und Früchte, die in Eichenholzgruben gegeben werden. Darin entsteht das Leder in vielen Monaten (bis zu einem Jahr).

Schnellgerbung

Um diesen Prozess auf wenige Wochen zu verkürzen, verwenden viele Gerbereien sich drehende Fässer mit Gerbstoffbrühen (Schnellgerbung). Leder aus pflanzlicher Gerbung ist schwerer, dichter und steifer als Leder aus anderen Gerbverfahren. Es ist nicht pflegeleicht und auch nicht wasserabweisend, was aber in Kombination mit einer Fettgerbung erzielt werden kann.

Große Mengen an Gerbstoffen benötigt

Pflanzliche Gerbung ist ein natürlicher Vorgang. Allerdings werden dafür große Mengen an Gerbstoffen verwendet. Heute werden beispielsweise Quebracho-Extrakte verwendet, die aus Südamerika stammen. In verschiedenen Regionen sind dort die Quebracho-Arten durch die starke Nutzung bereits gefährdet. Durch die pflanzliche Gerbung entstehen zudem organisch belastete Abwässer, die dem Wasser Sauberstoff entziehen. Die Gerbstoffe werden aber nach und nach vollständig biologisch abgebaut.