Argentinien: Plan Aurifero
Goldbergbau steht international in der Kritik: Die Minen verseuchen Land und Wasser, Menschen werden vertrieben und Unfälle gefährden ganze Regionen. Insbesondere trifft dies für die "sekundäre Goldgewinnung" zu, bei der von großen Bergbaugesellschaften als unrentabel eingestuftes Abraumgestein mit Hilfe umweltschädlicher Chemikalien ein weiteres Mal aufbereitet wird. Die Bergleute riskieren ihre Gesundheit und auch ihr Leben. Viele "mineros" (Kleinbergleute) leben davon. Im so genannten "Plan Aurifero" in Argentinien wurde ein System entwickelt, in dem Wasser nachhaltig genutzt wird, um Gold ohne chemische Extraktion aus dem Abraumgestein der großen Bergminen auszuwaschen. Außerdem wird der Verkauf des gewonnenen Goldes ohne Beteiligung von Zwischenhändlern organisiert, so dass eine möglichst hohe Rentabilität erreicht wird. Das Gold wird direkt von den "mineros" angekauft, von einer national autorisierten Stelle wie z.B. der SEGEMAR (Service Geologiso Minero Argentioni) analysiert und zertifiziert und anschließend an Goldschmiede in Deutschland verkauft, die dem Fairen Handel verpflichtet sind.
Dieses Projekt, das in den den 1990er Jahren in der Puna Nordargentiniens umgesetzt wurde, zeigt, dass eine Form der Goldgewinnung, die nur geringe ökologisch schädliche Auswirkungen hat, dafür aber den Goldwäschern ein Existenzminimum sichert, durchaus möglich ist. Das Projekt wird von der Stiftung EcoAndina unterstützt. Ihre Aufgabe ist es, den Aufbau einer stabilen und ökologisch wie sozial unbedenklichen Produktion und nachhaltigen Vertriebsstrukturen für Gold zu unterstützen. Die Stiftung EcoAndina arbeitet auch mit europäischen Partnern wie dem Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V, Thomas Siepelmeyer u.a.
Die EcoAndina Foundation wurde 1999 gegründet und ist seit 2000 als gemeinnützig anerkannt. Die Stiftung entstand durch das Engagement privater Initiativen, die im Gebiete der Puna und im Nord-Westen Argentiniens zunächst kleine Umwelt- und Sozialprojekte entwickelten. Die Hauptaufgabe der Stiftung ist die ökologisch nachhaltige Entwicklung in der Region von Altiplano über das patagonische Hochland bis hin nach Feuerland. Schwerpunkte sind insbesondere der Schutz der Umwelt und die Förderung von Aktivitäten, die ökologische Aspekte mit der geschäftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung seiner Bewohner verbinden. Die Aktivitäten der Stiftung umfassen die Bereiche Solarenergie, Trinkwasser, Wasserressourcen, ökologischer Bergbau und Ökotourismus.








