Folgen für Land und Leute
In der Menschheitsgeschichte wird Schmuck als Zeichen für Hochentwicklung der Gesellschaft betrachtet. Doch Schmuck bzw. die Gewinnung und Verarbeitung der Edelmetalle und Edelsteine haben auch Schattenseiten. So weckten die reichen Goldschätze der Inka nach der Entdeckung der "neuen Welt" durch Christoph Kolumbus die Gier der Eroberer und brachten den Ureinwohnern jahrhundertlange Ausbeutung, Unterdrückung und Krankheiten.
Auch heute ist die Schmuckherstellung oft mit negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen verbunden. Viele Edelmetall- und Edelsteinvorkommen befinden sich in Ländern der so genannten Dritten Welt. Die reichen Bodenschätze kommen nur in Ausnahmefällen der Landesbevölkerung zu Gute. Stattdessen werden die begehrten Bodenschätze möglichst billig und oft unter schlimmsten Bedingungen für die Bergarbeiter und die Umwelt vor Ort gewonnen und verarbeitet. Das Geld für die Bergbauinvestitionen zur Goldgewinnung kommt häufig von großen internationalen Konzernen aus den USA, Kanada oder Australien. Zudem werden den großen Goldkonzernen für die Produktion in der Dritten Welt kaum Auflagen gemacht, die eine umweltschonende Gewinnung sichern und mögliche Belastung durch Schadstoffe verhindern würden. Bei großen Tagebauanlagen sind oft keine angemessenen Entschädigungen für die Zwangsumsiedlung der Urbevölkerung vorgesehen. Nach dem Abbau des Erzes melden die Goldbergbaugesellschaften häufig Konkurs an und können dann keine Auflagen bzw. Regressforderungen im Falle von Umweltbelastungen erfüllen, wenn beispielsweise giftige Abbauprodukte die Flüsse oder den Boden kontaminieren. Die Einwohner des Landes bleiben mit den Umwelt- und Sozialproblemen allein.








