Soziale Folgen
Die sozialen Auswirkungen der Materialgewinnung und der Schmuckherstellung sind vielfältig. So haben schon immer Goldfunde für "Goldfieber" unter Abenteurern gesorgt - mit zum Teil verheerenden Folgen für die Ureinwohner und die Natur des jeweiligen Landes. Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus und den ersten Goldfunden wurden die kulturellen Goldschätze der Urbevölkerung geraubt und nach Europa verschifft. Die Indios wurden ausgebeutet, vertrieben, ihrer Rechte beraubt. Eingeschleppte Krankheiten wie Masern oder Windpocken dezimierten ganze Stämme.
Im 19. Jahrhundert sorgten große Goldfunde für "Goldrausch" in Kalifornien und am Klondyke River in Alaska, in Australien und Südafrika. Verbunden damit war oft die Vertreibung der Ureinwohner, die in Reservaten ihrer traditionellen Lebensweise beraubt und zum Teil unter katastrophalen Lebensbedingungen eingeschlossen wurden.
Die meisten Bodenschätze wie Gold, Silber und Edelsteine befinden sich in den Ländern der Dritten Welt. Für die Menschen hier bedeuten Bodenschätze Arbeit und gesicherte Lebensgrundlage. Allein in Brasilien leben heute rund eine Million Menschen vom Kleintagebau im Goldabbau. Die brasilianischen Goldgräber, die so genannten garimpéros, haben sich für kleine, abgegrenzte Gebiete Schürfrechte erworben, doch die meisten garimpéros schürfen illegal. Die Arbeiter in den garimpos erhalten als Lohn anteilig Gold, in der Regel 30 Prozent des Ertrages. Der Mindestlohn beträgt durchschnittlich 30 g Gold pro Monat, was ca. 300 US-$ entspricht und damit dem Zwei- bis Vierfachen des gesetzlichen Mindestlohnes in Brasilien. Die garimpéros setzten bei der Goldgewinnung die Amalgamierungsmethode ein, um ihr Gold sofort und in Form von Körnern (Zahlungsmittel) zu erhalten.
Wenn ein Bergbaukonzern die Genehmigung zum Goldabbau erhält, werden die dort lebenden Menschen zwangsumgesiedelt und nicht selten gewaltsam vertrieben. Amnesty International berichtete von einem Vorfall in Tansania, bei dem 1996 bei der Vertreibung von Kleinschürfern aus den Kahama Goldfields mindestens 50 Menschen ums Leben kamen.








