Gewinnung, Verarbeitung und die Folgen

Traditionell wird Schmuck als Verschönerungsmittel betrachtet, doch er ist mehr. Schmuck ist neben der Wandmalerei der erste Beweis für kulturelle Entwicklung der Menschen. So galten Federn, Knochen oder Zähne erlegter Wildtiere bereits in prähistorischen Kulturen als Zeichen der Stärke und Vitalität. Sie wurden unter anderem zur Abwehr böser Kräfte getragen. Auch Gold und Edelsteine wurden schon frühzeitig wegen ihres Glanzes, der besonderen Farbe und Beständigkeit begehrt und erlangten kulturelle und religiöse Bedeutung. Eines der ältesten Schmuckmaterialien ist Gold, das seit mehr als 6000 Jahren gewonnen und zu Schmuck verarbeitet wird.

In allen Kulturen spielte Schmuck zur Verschönerung, Standesbezeichnung und bei religiösen Handlungen eine wichtige Rolle. Das christliche Kreuz, der jüdische Stern oder die Gebetsketten der Angehörigen des Islam symbolisieren die Zugehörigkeit zu bestimmten Religionen. Die Grenze zwischen rein religiöser Symbolik und Schmuck sind oft fließend und werden auch von Modetrends aufgegriffen. Über das Tragen eines Ringes bzw. Armreifens kann zum Beispiel der Familienstand bzw. die Familien- und Stammzugehörigkeit erkannt werden. Nicht zuletzt spielt auch der finanzielle Wert des Schmucks eine wichtige Rolle. Beispielsweise ist in vielen fernöstlichen Ländern die Zahl der Armreifen einer verheirateten Frau - zumal wenn sie aus Gold bestehen - sowohl ein Zeichen für Wertschätzung der Frau als auch ein "Finanzpolster" für schlechte Zeiten.

Viele Menschen glauben an mystische Kräfte, die durch bestimmte Schmucksymbole oder Edelsteine wirken und dem Träger Glück, Gesundheit oder einen besonderen Schutz bringen sollen. So sind unterschiedliche Edel- und Halbedelsteine die Glücksbringer für bestimmte Tierkreiszeichen, wenn sie nah am Körper getragen werden.