Gold

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Foto: Thorben Wengert / pixelio.de; s. auch fotodesign-wengert.de

Der Name "Gold" ist indogermanischen Ursprungs und bedeutet glänzend, schimmernd, blank. Gold kommt in der Natur als reines, metallisch gelb glänzendes Element vor. Beimischungen von Kupfer verleihen ihm eine rötliche Färbung, Beimischungen von Silber, Platin, Zink oder Nickel führen zur weißlich hellen Farbe von Gold.

Reines Gold ist relativ weich und kann daher gut verarbeitet werden. Durch den Zusatz von anderen Metallen (es entstehen Legierungen) z.B. mit Nickel kann seine Härte deutlich erhöht werden. Gold kommt natürlicherweise in reiner Form als Klumpen (Nuggets) oder als Adern im Gestein vor.

Der hohe Preis für reines Gold treibt die Goldsuche voran. In den letzten Jahren wurde auch die Fördertechnik so effizient, dass nunmehr die Goldgewinnung auch aus Gesteinen lohnenswert ist, in denen nur ein Gramm Gold pro Tonne Gesteinsmaterial enthalten ist.

Wir beschreiben hier im Folgenden die wirtschaftliche Bedeutung von Gold, die Arten der Goldgewinnung und ihre ökologischen und sozialen Folgen sowie Alternativen zur herkömmlichen Goldgewinnung.

Bedeutung

Gold ist der Inbegriff von finanziellem Wert und Reichtum. Es fungiert als sichere Geldanlage und findet andererseits wegen seiner chemischen Eigenschaften wie der Korrosionsbeständigkeit und der Reaktionsträgheit in der Elektroindustrie und in der Zahnmedizin breite Verwendung. Etwa 15 Prozent des weltweit geförderten Goldes werden in Industrie und Medizin verwendet. Das meiste Gold wird allerdings zu Schmuck verarbeitet.

Derzeit werden weltweit ca. 2.500 Tonnen Gold jährlich gewonnen. Die wichtigsten Lieferanten von Gold sind Südafrika, USA, Australien, Kanada, China, Russland, Peru, Brasilien, Indonesien und Ghana. Gold hat traditionell eine wichtige Bedeutung im internationales Zahlungsverkehr und wird von Banken und Geldinstituten als Goldreserven eingelagert, obwohl die Goldanbindung der internationalen Währung vor mehr als 20 Jahren aufgehoben wurde. Das Goldgewicht wird in Unzen angegeben.

Infos: www.gold-shopping.com 

Methoden der Goldgewinnung

Gold zählt zu den ersten Metallen, die von Menschen gewonnen und verarbeitet wurden. Dies liegt daran, dass Gold als Element vorliegt, einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt hat und wegen seiner Zähigkeit sehr gut verarbeitet werden kann. Der Beginn der Goldgewinnung und Verarbeitung wird in die Kupferzeit datiert.

Zu den ältesten Arten Gold zu gewinnen, gehören die Goldwäsche und das "Quecksilberverfahren" (auch Amalgammethode), das schon im ersten Jahrhundert n. Chr. von Kaiser Nero im heutigen Bosnien eingesetzt wurde. Die Goldwäsche ist im Prinzip eine "Schwerkraftaufbereitung", die nur bei größeren Goldpartikeln (größer als 50 Mikrometer) lohnenswert ist. Durch Verwitterung und Erosion werden kleine Goldkörner aus dem Gestein freigesetzt. Da sie verhältnismäßig schwerer sind als das Gesteinsmaterial, sammeln sie sich am Boden der Erosionsstellen bzw. werden durch schnell fließendes Wasser mitgerissen und lagern sich an ruhigeren Stellen ab (Sekundärlagerstätten). Für die Goldwäsche kommen traditionell Goldpfannen und Siebe zum Einsatz. Eine einfache Methode war auch, ein Schafsfell ("Goldenes Vlies") in einen schnell fließenden Gebirgsbach zu legen, um das Goldflitter einzufangen.

Gefährliches Quecksilber

Bei der Amalgammethode wird goldhaltiger Schlamm mit Quecksilber vermischt. Dieses sogenannte Amalgam setzt sich ab und kann leicht herausgefiltert werden. Anschließend wird das Quecksilber verdampft, zurück bleibt das reine Gold.

Das Problem ist, dass durch diese Methode, die noch immer in weiten Teilen der Erde vor allem in Kleinbergwerken üblich ist, viel Quecksilber in die Umwelt gelangt. Quecksilber aber ist hochgiftig und belastet die Umwelt und vor allem die Bevölkerung vor Ort. Die Vereinten Nationen haben 2013 eine Konvention für die Reduzierung gefährlicher Quecksilberemissionen beschlossen. Diese tritt allerdings erst in Kraft, wenn 50 Staaten sie unterschrieben haben.

Giftige Blausäure

Inzwischen werden nicht nur goldreiche Vorkommen ausgebeutet, sondern zunehmend auch Erze mit geringsten Goldspuren. Selbst wenn eine Tonne Gestein nur ein einziges Gramm Gold enthält, wird sie als nützlich und als Lagerstätte eingestuft. Die Hauptmenge des Goldes wird über die Zyanidlaugung gewonnen, eine mindestens ebenso gefährliche und schädliche Methode wie die Amalgammethode. Bei dieser Laugung gelangt hochgiftige Blausäure in die Umwelt und verursachen schwer ökologische Schäden. So brach im Jahr 2000 im rumänischen Baia-Mare ein Damm einer Goldaufbereitungsanlage. Die Zyanidlauge gelangte in die Donau und tötete dort rund 1,5 Tonnen Fische.

Umweltschonende Goldgewinnung

Gold kann auch ohne den Einsatz von Quecksilber oder Zyanid gewonnen werden. Allerdings ist das Goldwaschen von Hand nicht wirtschaftlich. Um die toxikologische Belastung durch Quecksilber beim Amalgamverfahren zur Gold- und Silbergewinnung zu minimieren, spielt der Einsatz von so genannten Retorten eine wichtige Rolle. Retorten sind geschlossene Anlagen, die beim "Brennen" (Erhitzen der Quecksilberverbindungen) das verdampfte Quecksilber auffangen. Auf diese Weise ist es möglich, die Umweltbelastung durch Quecksilber um 99 Prozent zu reduzieren.

Rütteln, wässern, wiederverwenden

Im so genannten Wilfley-Verfahren wird ein Konzentrier- bzw. Rütteltisch eingesetzt, in dem wertvolle Mineralbestandteile vom "tauben" Gestein getrennt werden. Das Wilfley-Verfahren wird im Kleinbergbau eingesetzt. Im industriellen Bergbau werden verstärkt das sogenannte JIG und Knelsonprinzip eingesetzt. Beim JIG handelt es sich um einen Konzentrator, bei dem die Mineralien mit Hilfe von Wasser getrennt werden. Beim Knelsonprinzip wird in einer Zentrifuge das Mineral nach seinem spezifischen Gewicht vollautomatisch getrennt. Das System erlaubt die höchste Ausbeute unter umweltfreundlichen Aspekten.

Eine Alternative zum Goldabbau ist natürlich auch das Goldrecycling, bei dem aus altem Schmuck oder Zahnimplantaten das Gold wieder gewonnen wird.

Kampagne gegen schmutziges Gold

Die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland setzt sich mit der Kampagne "No dirty Gold" für bessere ökologische und soziale Bedingungen im Goldanbau ein. Mehrere Initiativen setzen sich außerdem für bessere Transparenz der Geldströme bei der Förderung von Rohstoffen.

Infos unter http://www.fian.de/online/index.php?option=com_content&view=article&id=336&Itemid=678