Silber

Silberbrosche_by_Rolf Handke_pixelio.de

Foto: Rolf Handke / pixelio.de

Die Bezeichnung "Silber" kommt ursprünglich aus dem altnordischen Sprachraum und bedeutet "licht", "hell", "weiß". Wie Gold wird auch Silber seit vielen Jahrtausenden zu Schmuck und Bedarfsgegenständen verarbeitet. Im Altertum wurde Silber meistens in den Lavrion-Minen gewonnen, die ca. 50 km südlich von Athen lagen. Im Mittelalter wurde Silber bzw. Silbererzlagerstätten in Sachsen und Böhmen entdeckt. Nach der Entdeckung Amerikas kamen vom "Neuen Kontinent" große Mengen Silber nach Europa , wodurch der Wert dieses Edelmetalls deutlich sank. Da im 19. Jahrhundert vorwiegend Gold als Währungsmetall verwendet wurde, büßte Silber seine wirtschaftliche Bedeutung weiter ein.

Silber kommt in der Natur gediegen vor, d.h. als reines Metall. Es hat eine grauweiße Färbung mit metallischem Glanz. An der Luft färbt sich die Metalloberfläche dunkel. Charakteristisch für Silber ist, dass es relativ weich und sowie dehnbar ist und sich leicht verarbeiten lässt: Ein Gramm Silber kann zu einem zwei Kilometer langen Faden gezogen werden. In der Natur kommt Silber meist in Form von Körnern oder als Geflecht im Gestein vor. Das meiste Silber wird aus Silbererzen gewonnen. Silber ist oft vergesellschaftet mit anderen Metallen wie Gold, Blei, Zink, Zinn, Kupfer, Nickel oder Uran und fällt bei Verhüttung der genannten Metallerzen als Nebenprodukt an. Zu den größten Silberproduzenten gehören derzeit Mexiko, USA, Kanada und Peru.

Bedeutung

Silber wird seit Jahrhunderten zu Gegenständen des alltäglichen sowie sakralen Lebens verarbeitet (Essbestecke, Tafelgeräte und religiöse Gegenstände). Es spielt eine große Rolle bei der Schmuckherstellung, wurde aber auch als Zahlungsmittel in Form von Silbermünzen eingesetzt. Eigenschaften wie die hohe elektrische und Wärmeleitfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Beständigkeit gegen Abnutzung führten dazu, dass Silber eine breite Anwendung in der Elektroindustrie (Batterien, Kondensatoren, Chips) sowie Medizintechnik (chirurgische Instrumente) fand. Silber wird auch als Katalysator in der chemischen Industrie eingesetzt.

Die Gewichtseinheit von Silber sind die Trog Unzen, dabei wiegt eine Trog Unze 31,1035 Gramm. Ähnlich wie beim Gold gibt es auch beim Silber den Begriff der "Feinheit". Die "Silberfeinheit" beschreibt den Anteil des reinen Silbers am Gesamtgewicht in Tausendstel. Das Sterlingsilber enthält beispielsweise 925 Gramm Silber in 1000 Gramm der Legierung. Weitere Einheiten sind 999, 835 bzw. 800. Als Legierungsmaterial wird dem Silber meistens Kupfer zugesetzt, wodurch die Härte und Widerstandsfähigkeit des Materials erhöht wird.

Methoden der Silbergewinnung

Um das Silber aus den unterschiedlichen Erzen zu gewinnen, wurden im Laufe der Zeit verschiedene Verfahren entwickelt:

Amalgamation

Die Amalgamation oder auch Amalgierung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Silber mittels Quecksilber. Wie bei der Goldgewinnung werden auch hier die Erze mit Quecksilber gemischt. Das Quecksilber bildet mit Silber eine Legierung. Die Verbindung wird erhitzt, das Quecksilber entweicht, so dass Silber übrig bleibt. Bedenklich ist dieses Verfahren, wenn es als offenes System angewendet wird, aus dem das Quecksilber in die Umgebung entweichen kann und die Umwelt belastet. Bei geschlossenem Verfahren kann das Quecksilber aufgefangen und in den Prozess zurückgeführt werden.

Rösten

Beim Rösten werden Silbererze unter freiem Himmel erhitzt (geröstet), wobei Silberoxide entstehen. Das geröstete Erz wird mit Holzkohle unter Luftzusatz und Zusatz von Blei bzw. Bleioxid in Schachtöfen geschmolzen. Das Silber reichert sich im Werkblei an. Auf dem Treiberherd wird das Werkblei erneut aufgeschmolzen, wobei oberflächlich Bleioxid entsteht. Nachdem das letzte Blei oxidiert ist, reißt die graue Haut auf und es erstrahlt das flüssige Silber. Dieses sogenannte Blicksilber wird nochmals umgeschmolzen zum Feinsilber.

Elektrolyse

Bei der Elektrolyse des Kupfers aus Kupfererzen, die zusätzlich Silber enthalten, bleibt das Edelmetall im Anodenschlamm übrig. Dieser Schlamm wird getrocknet und mit heißer Schwefelsäure behandelt, anschließend wird das Silber geschmolzen und über eine elektrolytische Raffination getrennt.

Parkes-Verfahren

Beim Verhütten von silberhaltigen Bleierzen im Parkes-Verfahren entsteht silberhaltiges Blei (Werkblei). Dieses Blei wird mit Zink versetzt, das das Silber bindet und abgeschöpft werden kann. Anschließend wird das Zink verdampft, die Blei-Silber-Mischung wird erhitzt und mit Luft versetzt. Das oxidierte Blei fließt ab, bis das Silber durchbricht. Das Silber wird in einer Elektrolyse aufgereinigt.