Bio-Baumwolle

Als Antwort auf die ökologischen und gesundheitlichen Probleme durch den konventionellen Baumwollanbau, setzen Bauern und Unternehmen seit den 1980er Jahren auf Bio-Baumwolle. Synthetische Pflanzenschutzmittel, die giftig und schwer abbaubar sind, sind im ökologischen Baumwollanbau ebenso verboten wie der Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel. Entlaubungsmittel, die im konventionellen Baumwoll-Anbau die Ernte der Samenkapseln erleichtern, sind auf ökologisch bewirtschafteten Flächen nicht zugelassen. Auch die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen ist streng verboten. Angepasst an die jeweiligen Standorte werden im ökologischen Bio-Baumwoll-Anbau Maßnahmen ergriffen, um die Bodenfruchtbarkeit wiederherzustellen und zu erhalten. Eine solche Maßnahme ist eine Fruchtfolge mit Nahrungspflanzen, um so zugleich die Gefahr eines Schädlingsbefalls zu verringern, die Artenvielfalt in den Plantagen zu erhöhen, die Bodenfruchtbarkeit zu sichern und den Bauern ein von den stark schwankenden Baumwollpreisen unabhängiges Einkommen zu sichern.

Zwar wird derzeit weniger als ein Prozent der weltweiten Baumwoll-Ernten ökologisch erzeugt. Inzwischen in 20 Ländern der Erde angebaut, kommt sie meist aus der Türkei, den USA, Indien und Peru. Doch die Nachfrage von Händlern, Verarbeitern und Verbrauchern steigt. In Deutschland sind Textilien aus Bio-Baumwolle nicht nur bei ausgewiesenen Naturtextil-Herstellern erhältlich, sondern auch im herkömmlichen Versandhandel.

Textilien aus ökologisch erzeugter Baumwolle erkennen Sie unter anderem an der Formulierung "aus kontrolliert biologischem/ökologischem Anbau" bzw. "kbA". Leider gibt es bisher kein einheitliches Siegel für Produkte aus Bio-Baumwolle. Stattdessen kennzeichnen die verschiedenen Hersteller ihre Bio-Baumwollerzeugnisse mit unterschiedlichen eigenen Labeln. Nicht selten sind dies Zeichen, die nicht nur Aussagen über die Herstellungsbedingungen der Baumwolle machen, sondern zugleich die Belastung der Textilien mit Schadstoffen bewerten. Zeichen bzw. Eigenmarken wie Öko-Tex Standard 100plus, Green Cotton oder Purewear garantieren neben der umweltfreundlichen oder zertifiziert ökologischen Baumwolle auch die Freiheit von Schadstoffen, den Verzicht auf gesundheitsschädliche Farbstoffe und umweltschädliche Chemikalien in der Herstellung. Welches Zeichen wofür steht und wie es aus Verbrauchersicht zu bewerten ist, erfahren Sie unter www.label-online.de.