Cotton made in Africa
Baumwolle ist eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter Afrikas. Nach den USA bringt der Kontinent die zweitgrößte Menge Baumwolle auf den Weltmarkt. Dort sinken die Preise für das "weiße Gold" seit Jahren - unter anderem weil die Milliarden Dollar schweren Subventionen des US-amerikanischen Baumwollanbaus ein Überangebot hervorbringen. Die Deutsche Welthungerhilfe, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, der WWF Deutschland sowie die Bekleidungsunternehmen Otto und Tom Tailor wollen mit dem Projekt "Cotton made in Africa" einen nachhaltigen Baumwollanbau in Afrika etablieren.
Dabei setzt das Projekt zwar nicht auf ökologischen Anbau der Baumwolle, aber auf schrittweise Verbesserungen in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie hin zu einer rundum nachhaltigen Produktion. An fünf Merkmalen wird gemessen, wie viel dieses Weges die Partnerprojekte schon erfolgreich gegangen sind:
- Anteil der Kinder mit Schulabschluss
Mindestens 50 % der Kinder aus den Familien der Baumwollfarmer müssen zur Schule gehen. - Effizienz der Wassernutzung
Geeignete Bodenbearbeitungsmaßnahmen müssen sicherstellen, dass maximal 50 % des Wassers, das vor allem durch Niederschläge auf die Felder kommt, verdunsten. - Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide
Ziel ist es, den Einsatz so gering wie möglich zu halten und schädliche Einflüsse auf Arbeiter, Böden, Gewässer und Umgebung weitestgehend zu vermeiden. - Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel
Risiken für Umweltschäden und die Störung des Bodengleichgewichts sollten vermindert werden, organische Dünger sind vorzuziehen. - Einkommen der Farmer
Die Abnehmer der Baumwolle müssen die Farmer innerhalb von vier Wochen nach Ablieferung der Baumwolle bezahlen. Über den Durchschnitt von drei Jahren betrachtet, soll die Gewinnmarge für die Bauern des Projektes deutlich höher liegen als der dreijährige Durchschnitt anderer landwirtschaftlicher Exportgüter der Region.
Derzeit befindet sich "Cotton made in Africa" noch in der Pilotphase. Aus den Pilotprojekten in Benin, Burkina Faso und Sambia kommen derzeit 20.000 Tonnen Baumwolle im Jahr. Nach dem Abschluss der Pilotphase im Frühjahr 2008 sollen langfristig 200.000 Tonnen, nach den Nachhaltigkeitskriterien des Projektes angebaute Baumwolle im Jahr vermarktet werden.








