Die Kampagne für "saubere" Kleidung

Weltweit setzen sich die Organisationen der Clean Clothes Campaign politisch bei Unternehmen und Entscheidungsträgern für die Verbesserung der Arbeitssituation in der globalen Textilindustrie ein. Auch in Deutschland arbeiten 19 zivilgesellschaftliche Organisationen, Jugendverbände, Gewerkschaften, wissenschaftliche und kirchliche Einrichtungen ebenso wie Frauenorganisationen und Netzwerke der Entwicklungszusammenarbeit, in der Kampagne für "saubere" Kleidung zusammen. Sie fordern von den Unternehmen der Bekleidungsindustrie die Einhaltung der Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und faire Entlohnung der Arbeitnehmer. Seit dem Auslaufen des Welttextilabkommens setzt sich die Kampagne für "saubere" Kleidung zudem verstärkt für den Abschluss von langfristigen Lieferverträgen zwischen Herstellern und Importeuren ein. Die wichtigsten Forderungen der Kampagne sowie die Mindestarbeitsnormen finden sich in einem exemplarischen Verhaltenskodex (Code of Conduct), den Unternehmen, Industrieverbände und Arbeitgeberorganisationen über alle Herstellungsstufen der Textilkette einhalten sollen. Zu diesen Forderungen gehören unter anderem:

  • Diskriminierungsverbot
  • Höchstarbeitszeiten von 48 Stunden pro Woche
  • Verbot von Kinderarbeit
  • Arbeitsverträge und Tarifverträge
  • Vereinigungsfreiheit
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Verbot von Zwangsarbeit
  • Existenzsichernde Löhne

Zum Beispiel Hess Natur
Als Ergebnis eines gemeinsamen Pilotprojekts der Kampagne für "saubere" Kleidung mit Hess Natur, trat das Versandhaus der niederländischen Fair Wear Foundation (FWF) bei. Die FWF führt nun auch regelmäßige, unabhängige und transparente Kontrollen bei den Zulieferern von Hess Natur durch. Während des Pilotprojektes hatte die FWF bereits Zulieferer in Deutschland, Polen und Lettland daraufhin kontrolliert, ob die Kriterien des CCC-Verhaltenskodex eingehalten werden.

Zum Beispiel Puma
Im Dezember 2005 begannen die Kampagne für "saubere" Kleidung und Puma, der drittgrößte Sportartikelhersteller der Welt ein gemeinsames Pilotprojekt in El Salvador. Die dort ansässige Monitoring-Organisation GMIES (Grupo de Monitoreo Independiente de El Salvador) und die Frauenorganisation ORMUSA (Organización de Mujeres de El Salvador) sollten die Einhaltung von Lohnstandards, Gewerkschafts- und Frauenrechten und anderen Arbeitsrechten bei Puma-Zulieferern El Salvador überprüfen. Diese Rechte sind Bestandteil der Verhaltenskodizes von Puma und der CCC sowie der US-amerikanischen Kodex-Kontrolleinrichtung Fair Labor Association, in der auch Puma Mitglied ist. In der Zwischenbilanz vom 9. Juni 2006 wurden neben positiven Entwicklungen auch noch Problembereiche offenbar, die in der zweiten Hälfte des Pilotprojekts durch Schulungen von Lieferanten und Beschäftigten beseitigt werden sollten. Im November desselben Jahres scheiterte die Zusammenarbeit jedoch an der Weigerung des Unternehmens, weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.