Textilien aus Fairem Handel

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind ebenso ein Qualitätsmerkmal von Kleidungsstücken wie Rohstoffe, Verarbeitung oder Schnitt. Wie für die ökologische Erzeugung gibt es auch für die soziale Gerechtigkeit in der Herstellung leider noch kein einheitliches Siegel zur Orientierung beim Einkauf - die Marke LamuLamu steht jedoch für Kleidung aus menschen- und umweltgerechter Produktion. Auf der Basis der internationalen Regeln für den Fairen Handel gingen zudem einige hiesige Organisationen des Fairen Handels Handelsbeziehungen mit Textil-Produzenten in Indien, Nepal, Vietnam und Peru ein.

LamuLamu
Unter der Marke "Lamu Lamu" vertreibt die Katholische Landjugendbewegung Textilien, die ökologisch und sozialverträglich produziert wurden nach den Regeln des Fairen Handels. Die Kollektion ist über den Versandhandel direkt von LamuLamu oder in Weltläden erhältlich. Jedes Stück erfüllt die folgenden Anforderungen:

  • Die Baumwolle stammt vollständig aus kontrolliert ökologischem Anbau. Sie wird in Kleinbauerngenossenschaften angebaut und ist handgepflückt.
  • Mit den Prouzentenorganisationen sind langfristige Lieferverträge und Abnahmegarantien vereinbart.
  • Die wichtigsten Arbeitsschutzbedingungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie soziale Mindeststandards werden auf allen Produktionsstufen eingehalten. Dazu gehören unter anderem die Zulassung von Gewerkschaften, Zahlung von Mindestlöhnen, geregelte Arbeitszeiten, Arbeitschutzbedingungen sowie das Verbot illegaler Kinderarbeit.
  • Für jedes verkaufte T-Shirt fließt eine so genannte Fairhandels-Prämie von 0,51 Euro in einen Sozialfonds, der von den Arbeiterinnen und Arbeitern der Produktionsfirma verwaltet wird.
  • Der Verarbeitungsprozess der Baumwolle richtet sich nach den Kriterien des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft (IVN). Die Färbung erfolgt mit hochwertigen Reaktivfarben, die während der Nutzungsphase keine Farbrückstände freisetzen und daher gesundheitlich unbedenklich sind.

Aus Indien beziehen die Fairhandelshäuser El Puente und dwp unter anderem Seiden-Schals von "Equitable Marketing Association (EMA)", einer Organisation zur Unterstützung handwerklicher Genossenschaften. Von der "Timely Aiding Society", einem Mitglied der "Federation of South India Producer Associationists (SIPA)", bezieht El Puente Schals und Tücher, die nach einem aufwändigen Verfahren mit Naturfarbstoffen gefärbt und mit Holzstempeln bedruckt werden.

Seidenschals und Filzprodukte aus Nepal bezieht El Puente von Sana Hastakala, deren Ziel der Erhalt traditionellen nepalesischen Kunsthandwerks ist. Die Organisation beschäftigt vor allem Frauen, die die Einzelstücke in Heimarbeit fertigen und so ein sicheres Einkommen erwirtschaften.

Craft Link gibt in Vietnam insbesondere benachteiligten Handwerkern Beschäftigung und Einkommen. Die meisten der Handwerker entstammen ethnischen Minderheiten oder sind psychisch oder physisch behindert. Sie alle erhalten vor dem eigentlichen Verkauf Anzahlungen auf ihre Produkte, um so ein kontinuierliches Einkommen zu sichern.

Aus Peru bezieht El Puente fair und ökologisch erzeugte Strickwaren. Das Institut Ecco Exe unterstützt Nachbarschaftsorganisationen in den meist armen Vorstadtsiedlungen. Die Frauen, die aus diesen Zusammenhängen heraus Strickwaren und Kinderkleidung herstellen, erhalten neben einem sicheren Einkommen auch Fort- und Ausbildungen. Mit dem Ziel, die Lebensgrundlage kleiner Familienunternehmen in Peru zu sichern, unterstützt Allpa rund 700 Familien bei der Beschaffung von Rohstoffen, Werkzeugen, Darlehen oder Land. In der Textilfertigung sind überwiegend Frauen beschäftigt, während die Herstellung von Schmuck, Keramik und Kunsthandwerksprodukten überwiegend von Männerhand geschieht.