Die Herstellungsbedingungen

Wer in Deutschland in eine Fabrik kommt, betritt meist ein großes Gebäude mit verschiedenen Hallen und Räumen, die den jeweils darin getätigten Arbeitsabläufen angepasst sind. Fenster lassen Tageslicht eintreten, meist sorgen professionelle Beleuchtungssysteme für Helligkeit an jeder Stelle. Die Maschinen entsprechen oftmals ergonomischen Anforderungen um schnell, einfach und vor allem mit minimiertem Verletzungsrisiko bedient werden zu können. Ohrenschützer, Mundschutz, Arbeitskleidung mit Sicherheitsschuhen, Schürzen, Handschuhen und ähnlichem schützen die Arbeiter je nach hergestelltem Produkt vor Verletzungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Auch der Umgang mit Abfällen ist inzwischen überwiegend an den Erfordernissen ressourcen- und umweltschonenden Arbeitens ausgerichtet. Abfälle werden speziell entsorgt, Abwässer geklärt oder in das Abwassernetz der Kommune eingeleitet. Ebenso existieren Filter für die Reinhaltung der Luft. Doch diese Rahmenbedingungen sind in anderen Ländern ebenso wenig selbstverständlich wie die strengen Regeln des deutschen Arbeitsrechts.

Die einst große deutsche Textilindustrie ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich kleiner und spezialisierter geworden. Die verbliebenen Unternehmen stellen vor allem für höhere Preis- und Qualitätsstufen her oder sind auf technische und sehr spezielle Anwendungen spezialisiert. Alltagskleidung wird überwiegend importiert - nach den USA ist Deutschland der zweitgrößte Textilimporteur der Welt. Doch in der globalen Textilkette geht ein einzelnes Kleidungsstück durch viele Hände in vielen Ländern. Die Arbeitsbedingungen, die nicht nur durch niedrige Löhne, sondern auch durch geringe Arbeits- und Gesundheitsschutzstandards gekennzeichnet sind, sind die Schattenseite vieler Kleidungsstücke in hiesigen Schränken. Immer wieder belegen Studien verschiedener Nichtregierungsorganisationen, dass auch die freiwilligen Selbstverpflichtungen großer Unternehmen daran bisher nichts geändert haben.