Häufige Fragen

Die vielfach menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sind immer wieder im Gespräch. Gibt es eigentlich eine Liste der "guten" Textilanbieter?
Warum gibt es bisher so wenige Textil-Unternehmen, die für ihre Arbeiter und Zulieferer die international gültigen Arbeitsrechte gewährleisten?
Gibt es gentechnisch veränderte Baumwolle?
Es gibt so viele verschiedene Sorten Waschmittel. Was ist eigentlich der Unterschied?



Die vielfach menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sind immer wieder im Gespräch. Gibt es eigentlich eine Liste der "guten" Textilanbieter?
Viele Verbraucher wünschen sich eine Liste der "guten" Textilanbieter oder ein Ranking derer, die sich um die Einhaltung von Arbeits- und Umweltstandards bemühen. Die Kampagne für "saubere" Kleidung sieht darin jedoch wenig Sinn, da eine solche Liste ein falsches Bild zeichnen würde. Selbst diejenigen, die sich auf den Weg gemacht haben die Umsetzung ihrer Verhaltenskodizies Wirklichkeit werden zu lassen, haben noch einen weiten Weg vor sich. Die Kontrolle der Zulieferer ist mühsam und teuer. Oft liegen zwischen den Stichproben lange Zeiträume, so dass sie wenig aussagekräftig sind. Zum anderen wäre es wenig sinnvoll, einzelne Unternehmen zu meiden, weil sich dadurch das Problem nicht beheben ließe. Die Nähereien und Zulieferer arbeiten in der Regel nicht nur für ein Unternehmen. Die Produkte der Firma xy zu boykottieren, hätte lediglich zur Folge, dass die Arbeiter in den Nähereien unter den gleichen Bedingungen für einen anderen Konzern arbeiten würden.

Es gibt allerdings durchaus Unternehmen, die sehr hohe Anforderungen an die Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards ihrer Zulieferer stellen und die Einhaltung dieser Kriterien auch glaubwürdig kontrollieren lassen. Wir stellen Ihnen diese Ansätze im Kapitel Die Alternativen vor.

Warum gibt es bisher so wenige Textil-Unternehmen, die für ihre Arbeiter und Zulieferer die international gültigen Arbeitsrechte gewährleisten?
Die großen Unternehmen der Textilindustrie haben weltweit mehrere tausend Mitarbeiter. Um Arbeits- und Sozialstandards wirksam umzusetzen, müssen sie alle an einem Strang ziehen. Die Nähereien gehören darüber hinaus nicht zu den Konzernen selbst, sondern sind selbstständige Auftragnehmer, die nicht selten für verschiedene Abnehmer zugleich arbeiten. Daher haben selbst große Abnehmer nicht immer unmittelbaren Einfluss auf die Zustände in den Zulieferbetrieben. Ihr Einkaufsvolumen gibt ihnen allerdings Macht: Sie können bei Nichteinhaltung Aufträge verwehren oder für ihre Verträge mit den Zulieferern die Bedingungen ändern und angemessene Preise bezahlen. Externe und unabhängige Kontrollen sind zudem teuer und aufwändig. Unzählige Abläufe müssen dafür hinterfragt und geprüft werden. Oft kommt es in Folge zu einschneidenden Veränderungen - nicht selten gewinnen die Firmen so auch Erkenntnisse über die eigene Unternehmenskultur. Damit die Unternehmen den Mut und das Durchhaltevermögen finden, sich diesen Herausforderungen zu stellen, muss sich zunächst auf Seiten der Entscheidungsträger das Bewusstsein durchsetzen, dass zur Qualität eines Artikels auch die Art und Weise der Herstellung gehört. Doch erst seit kurzem beginnt man sich innerhalb der großen Bekleidungsfirmen für die Sozialstandards zu interessieren.

Gibt es gentechnisch veränderte Baumwolle?
Ja. Gentechnische Veränderungen an Baumwolle werden mit unterschiedlichen Zielsetzungen erforscht bzw. vorgenommen: Neben einer Resistenz der Pflanzen gegen Schädlinge oder Unkrautvernichtungsmittel sind auch Verbesserungen der so genannten Standorteigenschaften ein Ziel. Die Pflanzen sollen so unempfindlicher gegen Kälte, Hitze oder Trockenheit werden. Und schließlich geht es auch darum, die Produkteigenschaften zu ändern, also etwa die Baumwollfasern länger oder stärker zu machen oder den Öl- bzw. Stärkegehalt der Baumwollsamen zu steuern. In den USA sowie China, Indien, Argentinien, Australien, Mexiko und Kolumbien wird gentechnisch veränderte Baumwolle angebaut - überwiegend als Lebens- und Futtermittel. Auch in der Europäischen Union sind einige Sorten zugelassen. Ein Anbau der gv-Baumwolle ist jedoch in der EU, in der in Griechenland, Spanien und Bulgarien Baumwolle hergestellt wird, bislang nicht erlaubt.
Wird die gv-Baumwolle in Lebens- oder Futtermitteln verarbeitet, so gelten die bestehenden Kennzeichnungsregeln. Dagegen gibt es für Textilien aus gv-Baumwolle keine Kennzeichnungspflicht. Mehr Informationen zu Zulassung, Anbau und Kennzeichnung finden Sie unter www.transgen.de.

Es gibt so viele verschiedene Sorten Waschmittel. Was ist eigentlich der Unterschied?
Waschmittel sind komplexe Rezepturen mit vielen verschiedenen Inhaltsstoffen. Neben den eigentlich waschaktiven Tensiden enthalten sie unter anderem Wasserenthärter, Bleichmittel, Enzyme, optische Aufheller, Schmutzträger, Duftstoffe und Substanzen, die den Übergang gelöster Farbpartikel von einem Wäschestück aufs andere verhindern. Wer die verschiedenen Besonderheiten kennt, kann den Bedürfnissen seiner Wäsche am besten gerecht werden.
  • Vollwaschmittel, die in allen Temperaturen gute Ergebnisse erzielen, sind besonders für weiße und stark verschmutzte Wäsche geeignet. Im Gegensatz zu den flüssigen und gelförmigen Vollwaschmitteln enthalten die perlen-, pulver- und tabförmigen Produkte in jedem Falle optische Aufheller und Bleichmittel. Für Wolle und Seide sind Vollwaschmittel nicht geeignet.
  • Das gilt auch für Colorwaschmittel, die jedoch die Farben der Wäsche schonen, weil sie weder Bleichmittel noch optische Aufheller enthalten.
  • Auch Feinwaschmittel sind frei von Bleichmitteln und Aufhellern. Sie bilden beim Waschen Schaum mit sehr kleinen Bläschen und puffern empfindliche Kleidungsstücke so gegen die mechanischen Beanspruchungen beim Waschvorgang ab. Weil auch sie zum Teil eiweißspaltende Verbindungen enthalten, sind nicht alle auch für Wolle und Seide geeignet.
  • Diese Verbindungen aus der Gruppe der Enzyme fehlen bei speziellen Wollwaschmitteln. Auch diese bilden allerdings sehr viel Schaum, um so zu verhindern, dass die Wäschestücke durch das Aneinanderreiben beim Waschen verfilzen.
  • Auch Gardinenwaschmittel, die wie Vollwaschmittel Bleichmittel und optische Aufheller enthalten, setzen auf Schaum als Schutz für die zarten Gewebe. Sie frischen auch zarte Spitzenwäsche schonend auf.