Details des Green Goal-Konzeptes

Abfall: Mehrweg- statt Einweggeschirr zu nutzen war während der Frauenfußball-WM 2011 keine Frage. Es zeigte sich aber, dass sich auch der Einsatz von Mehrwegbechern noch verbessern lässt. So waren bei der Fußball-WM der Männer 2006 beispielsweise alle Becher „gebranded“, also mit dem Logo der WM und deren Sponsoren versehen. Mit dem Effekt, dass alle übrig gebliebenen Becher nach der WM in der Recyclinganlage landeten, denn wer will schon aus Bechern einer längst gelaufenen Veranstaltung trinken. Bei der Frauenfußball-WM blieb die Hälfte aller Becher frei von Werbung. Diese können in künftigen Spielen weiterverwendet werden. Die Reste der Becher mit Aufschrift wurden kostenlos an kleinere Fußballvereine verteilt.

Anfahrt: Den größten Anteil am klimaschädlichen CO2-Ausstoß einer Großveranstaltung wie der Frauenfußball-WM hat der Verkehr, nämlich 80 Prozent. Mit einem Kombi-Ticket zur WM hatten die Fans die Möglichkeit, kostenlos den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Die Fifa ließ Flyer mit klimafreundlichen Anreisetipps verteilen. Sonderzüge der Deutschen Bahn gab es kaum, weil der Zuschauerandrang nicht so groß war wie bei der Männerfußball-WM 2006 und rein rechnerisch die bestehenden Verbindungen ausreichten.
Leider nutzten längst nicht alle Fans die Angebote der Deutschen Bahn. Zwar fuhren in Berlin und Frankfurt am Main viele Zuschauer mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in Augsburg und Wolfsburg beispielsweise kamen aber die meisten mit dem Auto. Beide Städte haben ein großes Angebot an Parkplätzen, was viele offenbar gerne in Anspruch nahmen. Immerhin: Nach Angaben des Darmstädter Ökoinstituts, das das Green Goal-Konzept begleitet und für die Fifa auswertet, waren viele Pkws voll besetzt. Die Fans hatten sich zusammengetan oder reisten mit der ganzen Familie an.

Energie: Anders als bei der Fußball-WM der Männer 2006 haben die Stadien diesmal eine ganze Menge in Umweltmanagementsysteme investiert. In Sinsheim wurden die Heizungsrohre gedämmt und in Augsburg rückten die Stadionbetreiber gegen Schwachstellen bei der Dämmung sogar mit Wärmebildkameras an. In Mönchengladbach werden die Verkaufskioske jetzt über die zentrale Gebäudetechniksteuerung beheizt. Vorher hatten die Betreiber im Winter einfach Radiatoren aufgestellt, wenn es zu kalt wurde. Die neue Technik spart über 4000 Euro und rund zehn Tonnen CO2. Das Stadion in Leverkusen spart sogar 45 Tonnen CO2 im Jahr ein, weil es von Halogen- auf LED-Leuchten umstellte.

Papier: Es sollen insgesamt in den Stadien weniger Werbemittel verteilt werden, um den Papierverbrauch zu reduzieren. Das Organisationskomitee schreibt seine Briefe auf Recyclingpapier.

Verpflegung: Biologisch, regional und sogar fair sollte das Catering nach dem Willen der Fifa sein. In Frankfurt am Main wurden ausschließlich Bio-Bratwürste eines mittelhessischen Erzeugers angeboten, was die ersten beiden Kriterien schon mal erfüllt. Da aber pro Spiel rund 10.000 Bratwürste gebraucht werden, geraten Bio-Anbieter hier schnell an ihre Grenzen.

Wasser: Wasser zu sparen war ebenfalls ein Ziel des Green Goal Konzepts. Allerdings haben viele Stadien bereits im Vorfeld einiges dafür investiert. In Berlin, Frankfurt am Main und Sinsheim beispielsweise wird Regenwasser aufgefangen und für die Bewässerung der Spielfelder genutzt. In Dresden und Wolfsburg gibt es wasserlose Urinale und in Augsburg viele separate Steuerungseinheiten für die Urinale, die helfen, Toiletten einzeln zu nutzen und zu reinigen.