Lärm
In Deutschland leiden etwa 500.000 Kinder an Hörschäden. Ursache für diese Schäden können Erkrankungen aber auch lautes Spielzeug wie Spielzeugtrompeten, Trillerpfeifen und Spielzeugpistolen sein. Wenn Kinder sich dauerhaft mit zu lautem Spielzeug beschäftigen, kann das durchaus zu irreversiblen Hörschäden führen.Ein funktionierendes Gehör spielt für die geistige, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern eine entscheidende Rolle. Es ermöglicht das Erlernen und Verstehen von Sprache. Damit hängt der Aufbau der Kommunikations- und Kontaktfähigkeit der Kinder unmittelbar zusammen. Schwerhörige Kinder lernen mühsamer und können sich daher deutlich schwerer mitteilen. Da ein Austausch mit Eltern oder Spielfreunden kaum möglich ist, fühlen sich die betroffenen Kinder isoliert. Sie reagieren verunsichert oder aggressiv auf ihre Umgebung. Oft ziehen sie sich von ihrer Umwelt zurück.
Lautes Spielzeug und der Soundtrack von Computerspielen über Kopfhörer gehören zum Freizeitlärmquellen, die Gehörschäden hervorrufen können. Neben dem Dauerlärm sind auch kurze, laute Knalle gefährlich. Da dieser Lärm nur kurz zu hören ist, wird die tatsächliche Lautstärke gar nicht so stark empfunden. Doch bereits ein einziger Knall kann das Gehör für immer schädigen. Hier steht eine am Ohr abgefeuerte Zündplättchen-Spielzeugpistole mit einer Lautstärke bis 180 Dezibel einem echten Gewehr keineswegs nach. Durch Gesetze sind dem Lärm durch Spielzeug Grenzen gesetzt. Mit dem CE-Zeichen garantieren die Hersteller, dass ihre Produkte nicht zu laut sind. Eine Norm, die bei Kindern Hörschäden verhindern soll, ist die DIN EN 71-1. Leider ist ihre Schutzwirkung zweifelhaft, wie die Messbedingungen zeigen. Hier wird nämlich die Lautstärke des Spielzeugs in einem halben Meter Abstand gemessen. Ungeachtet der Realität, dass Kinderarme meist kürzer sind und dass Spielzeug oft sogar nah am Körper gehalten wird. Positiv zu sehen ist jedoch, dass die bis dato freiwilligen Vereinbarungen der Hersteller mit der DIN EN 71-1 innerhalb der Europäischen Union bekommen haben.
INFOMARKT, das Verbrauchermagazin des Südwest Fernsehens, testete im Januar 2004 die Lautstärke einiger Spielzeughandys und -pistolen. Die meisten Spielzeughandys erfüllten die gesetzlichen Bestimmung, zwei Spielzeugtelefone waren allerdings bei vorschriftsmäßiger Messung zu laut. Der Lärmpegel der Spielzeugpistolen lag zwar unterhalb des Grenzwertes von 125 Dezibel, jedoch nur, wenn der nötige Abstand von 50 cm zum Ohr eingehalten wurde.
Je näher sich die Pistole am Kopf befindet, desto gefährlicher wird der Krach. Aber auch Rasseln oder Spieluhren können, wenn sie nah am Ohr gehalten werden, den Lärm eines vorbeifahrenden Zuges übertreffen. Und so manche Quietsche-Ente erreicht die Dezibelwerte eines Rockkonzertes. Um gesundheitliche Auswirkungen durch zu lautes Spielzeug zu verhindern, sollte schon vor dem Kauf der Lärmpegel des Spielzeug genaustens unter die Lupe genommen werden. Dazu einige Tipps:
- Wenn Sie geräuschintensives Spielzeug verschenken wollen, fragen Sie vorher die Familienangehörigen, ob sie mit Ihrer Wahl einverstanden sind.
- Vorsicht bei Spielzeug, das den Warnhinweis "von den Ohren fernhalten" trägt . Diese Warnung werden spielenden Kinder sicherlich vergessen.
- Spielzeugmusikinstrumente, Spielzeug-Knallkörper und Spielzeugwaffen mit Geräuscheffekten können Hörschäden verursachen. Testen Sie die Lautstärke vor dem Kauf. Im Zweifelsfall sollten Sie sich für die leisere Alternativen entscheiden.
- Matten und Teppiche dämpfen wirkungsvoll die Lautstärke.








