Ökologisches Spielzeug

Wer auf der Suche nach ökologischem Spielzeug ist, hat es nicht leicht. Denn es gibt derzeit kein unabhängiges Zertifikat, das ein solches Spielzeug kenntlich macht. Zwar macht ein Holz-Spielzeug einen umweltfreundlichen Eindruck, doch dieser Eindruck kann täuschen, wenn bei der Herstellung lösungsmittelhaltige Lacke oder schadstoffhaltige Farben verwendet wurden. Aus Sicht der VERBRAUCHER INITIATIVE muss "ökologisches Spielzeug" den folgenden Kriterien entsprechen:

  • Die Herstellung erfolgte aus nachwachsenden Rohstoffen, die umweltschonend, das heißt ohne Intensivanbau, ohne Raubbau an natürlichen Resourcen und ohne Pestizideinsatz, gewonnen wurden.
  • Die Verarbeitung sollte möglichst umweltschonend erfolgen. Dazu gehört unter anderem der sparsame Einsatz von Energie und Wasser sowie die umweltgerechte Abfallentsorgung.
  • Farben, Lacke, Kleber und andere Hilfsstoffe sollten schadstoffarm bzw. schadstofffrei sein.
  • Keine unnötige Verpackung bzw. umweltgerechte, recyclingfähige Verpackung.
  • Die Produkte müssen langlebig sein, repariert werden können und Ersatzteile bieten.

Ressourcen schonen
Der überwiegende Teil der Regenwälder wird von der papier- und holzverarbeitenden Industrie verbraucht. Ein relativ geringer Teil der weltweiten Vernichtung der Regenwälder, die Schätzungen gehen von ca. zwei Prozent aus, geht auf das Konto kunsthandwerklicher Produktion, beispielsweise für die Herstellung von Kinderspielzeug. Doch um auch hier den Raubbau am der Natur zu verhindern, setzten sich die Kooperationspartner im Fairen Handel für den Ersatz von tropischen Harthölzern durch schnellwachsende Hölzer bei der Herstellung von Kinderspielzeug und Kunsthandwerk ein. So wird in Sri Lanka vorzugsweise Gummibaum für die Herstellung von Kunsthandwerk und Kinderspielzeug verwendet. Es handelt sich hier um schnell wachsende Plantagenhölzer, die zur gleichwertigen Alternative für die tropischen Harthölzern aus Regenwäldern geworden sind. In Ghana kommt vorwiegend Osesse zum Einsatz, ein schnell wachsendes, stabiles Holz. Auch Mango im Plantagenbau hat in den letzten Jahren als Rohstoff für Kunsthandwerk an Bedeutung gewonnen. In Indien sind Haldu als helles Weichholz und Sheesham als dunkles Hartholz traditionell die am häufigsten verwendeten Plantagenhölzer für die handwerkliche Produktion. Aufgrund strenger indischer Auflagen für die Wiederaufforstung gibt es bei Sheesham oft Engpässe. Daher sind auch hier Mango und Gummibaum als Alternativen gefragt.