Die Abschaffung des Abfalls

Kreative, Entwickler und Wissenschaftler machen sich Gedanken, wie Abfall möglichst sinnvoll verwendet werden kann. Mitunter muten die Ideen utopisch an: So möchte ein niederländischer Architekt den Kunststoff aus dem nordpazifischen Müllstrudel abschöpfen, zu Baumaterial pressen und daraus eine im Ozean driftende Insel von der Größe Hawaiis bauen lassen. Sie soll von einer halben Million Menschen besiedelt werden, die sich mit eigener Landwirtschaft und Energieerzeugung selbst versorgen.

Ein greifbarerer Ansatz ist das „Cradle-to-Cradle“-Design: Nach dem Vorbild des abfallfreien Stoffkreislaufes in der Natur soll das Material eines ausgedienten Produkts nicht auf der „Bahre“, also im Müll, enden sondern in der "Wiege" der Produktion etwas neues aus ihm entstehen. Den Kreislauf von der "Wiege zur Wiege" soll es möglichst oft durchwandern können. Entsprechend materialerhaltend müssen die damit verbundenen Verfahren sein. Die für die umfassende Rückgewinnung von Rohstoffen notwendige Energie soll in der Vision des „Cradle-to-Cradle“-Designs aus Wind- und Sonnenkraft erzeugt werden.

Bei mehrteiligen Produkten beeinflusst vor allem das Design, ob sich darin enthaltene Stoffe einmal gut, schlecht oder gar nicht mehr verwenden lassen. Schon in den Entwicklungsabteilungen sollten Produkte deswegen fit gemacht werden für das nächste „Leben“ ihrer Materialien. Dazu gehört, dass sich Waren leicht in recycelbare Teile zerlegen lassen ohne deshalb im Gebrauch wesentlich Stabilität und Handhabbarkeit einzubüßen. Das sogenannte Öko-Design steckt in den meisten der wenigen Unternehmen, die sich schon damit befassen, noch in den Kinderschuhen.