Anders erbeuteln: Aus für die Plastiktüte

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Foto: © CFalk / PIXELIO

 

Weltweit gehen zahlreiche Umweltverbände gegen Plastiktüten vor. Unter anderen fordern die Vereinten Nationen, dass Einweg-Plastikbeutel nicht mehr hergestellt werden. Plastikbeutel zerfallen sehr langsam, brauchen dafür Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte. Benutzt werden sie hingegen durchschnittlich nur 25 Minuten. Eine besondere Umweltsünde sind die zarten, leicht zerfleddernden Tütchen, die meist schon nach dem ersten Benutzen weggeworfen werden.

In einigen Kommunen und Staaten versucht man, Plastiktüten zu verbannen. So sind Kunststoffbeutel in Tansania, Bangladesch und Australien verboten, in China sind die hauchdünnen Tüten nicht mehr erlaubt. In bestimmten Regionen sind die Plastikbeutel nicht nur ein Umweltproblem, sie gefährden auch die Gesundheit der Bevölkerung: So verstopfen sie in Bangladesch immer wieder Abflüsse zur Kanalisation und verschlimmern während heftiger Regenfälle so die hygienischen Bedingungen. Oder wo gefährliche Krankheiten wie Malaria durch Stechmücken übertragen werden, sind die vielen sich in herumliegenden Plastiktüten sammelnden Regenwasser-Pfützen ideale Brutstätten für die schädlichen Plagegeister.

Wer in Delhi Plastiktüten ausgibt, riskiert drakonische Strafen von umgerechnet 1.500 Euro Buße und bis zu fünf Jahren Gefängnis. Bisher werden Verstöße aber kaum geahndet. Die Bewohner der Riesenmetropole zeigen sich vom Verbot unbeeindruckt und steigen nur schleppend auf Stoffbeutel oder Papiertaschen um. In Deutschland werden etwa fünf Milliarden Plastiktüten im Jahr verbraucht. Ein Verbot ist bei uns nicht geplant. Stattdessen ist jeder gefragt, freiwillig seine Einkäufe in Stoff oder Papier zu erbeuteln.