Aus Alt mach Kunsthandwerk: Recycling-Produkte aus dem Fairen Handel

In Weltläden und Internetshops von Organisationen des Fairen Handels kann man sie finden: Schöne Dinge, die von Kunsthandwerkern aus Material gemacht wurden, das andere weggeworfen haben. So bietet El Puente zum Beispiel hübsche Unikate – Trinkgläser, Karaffen oder Vasen – der Kooperative Copavic in Guatemala an. Die Glasbläser verwenden nach Farben sortiertes Altglas, das sie zunächst einschmelzen. Die lavaartige Masse wird dann mit sogenannten Glasmacherpfeifen in Form geblasen. Obwohl das Handwerk in der Region eine lange Tradition hat, werden die Glasbläser für ihr Können oft nur schlecht bezahlt. Durch den Fairen Handel konnten die Mitglieder der Kooperative ihre Arbeits- und Lebensbedingungen aber deutlich verbessern.

Auch aus Vietnam importiert El Puente Taschen, Schalen und Dosen aus wiederverwertetem Material. Die farbenfrohen Umhänge-, Trage- und Fahrradtaschen sind aus Reissäcken oder besonders stabiler Plakatfolie. Für die bunt geringelten Dosen und Schalen werden Streifen aus Zeitungspapier raffiniert verleimt. Handelspartner von El Puente ist die Organisation Mai Vietnamese Handicrafts, die Erzeugnisse von 22 Kunsthandwerkergruppen vermarktet, zu denen viele benachteiligte Familien gehören. Zu den fairen Handelsbedingungen gehört auch ein Mindestlohn. Jugendlichen wird darüber hinaus mit Ausbildungsprogrammen geholfen. Viele haben einen problematischen sozialen Hintergrund, sind Waisen, Halbwaisen oder junge Menschen ohne Zuhause.

Auf Madagaskar bauen Kunsthandwerker für Mahafaly aus altem Blech so gut wie jedes Automodell im Kleinformat nach. Die fröhlichen Spielzeug-Vehikel sind Abbilder bekannter Luxusschlitten und anderer „Kutschen“, sogar das DDR-Fabrikat Trabant kommt zu Ehren in Blech. Die kleinen Autos werden von Familienbetrieben und kleinen Kooperativen hergestellt, die dafür überdurchschnittliche Preise, zinslose Kredite, Vorausbezahlung, feste Verträge und Unterstützung bekommen. Entwickelt und zuerst ausschließlich gebaut wurden die Blechautos von Straßenkindern. Deswegen gehen die Gewinne von Mahafaly an einen Verein, der eine Sozialstation und Ausbildungswerkstätten für auf der Straße lebende Kinder und Jugendliche betreibt.