Selbst weniger Müll machen

Abfalltonnen, Foto: Rolf van Melis / pixelio.de

Foto: © Rolf van Melis / PIXELIO


Egal wie abbaubar oder wiederverwertbar Abfall ist: Müll, der gar nicht erst anfällt, verbraucht nicht nur wenig, sondern keine Ressourcen. Wie jeder mit einfachen Kniffen Abfall vermeiden kann:

  • Lange bevor ein Produkt im Müll landet, kann es eine ganze Menge Dreck machen. Bei der Herstellung vieler Produkte entstehen teils giftige Abfälle, häufig in Ländern mit laschen Schutzbestimmungen. Umweltgifte aus Industrie und Landwirtschaft können sich sogar in der Nahrungskette anreichern und so letztendlich auch auf Tellern landen. Ein Beispiel ist die Goldgewinnung, wegen der viele Menschen ihr Land verlieren, Grundwasser vergiftet und toxische Zyanid-Reste ins Meer gekippt werden. Für die Menge des Edelmetalls, die man für einen Ehering braucht, fallen laut der Initiative No Dirty Gold etwa 20 Tonnen Giftmüll an. Deshalb sollte man umweltschonend erzeugten Produkten den Vorzug geben. Sie tragen zum Beispiel das Bio-Siegel, das Fairtrade-Zeichen oder den Blauen Engel. Welche Label für welche Produkte empfohlen werden, steht auf www.label-online.de.
  • Leitungswasser ist das abfallärmste Getränk, die zweite Wahl sind Getränke in Mehrwegflaschen. Kommen die aus der Region schonen sie außerdem das Klima.
  • Seinen Einkauf nicht mit Plastik erbeuteln: Lieber einen Stoffbeutel einstecken oder eine Papiertüte nehmen.
  • Als sehr kleine Portionen verpackte Lebensmittel am besten im Laden lassen, wie Milchprodukte in winzigen Kunststoffflaschen oder -schalen.
  • Wissenschaftliche Blicke in Mülltonnen haben ergeben, dass sehr viele noch brauchbare oder nicht einmal geöffnete Lebensmittel weggeworfen werden. Bedarfsgerechtes Einkaufen spart viel Abfall und Geld.
  • Leihen, Reparieren und gebraucht kaufen schont die Ressourcen und meist auch den Geldbeutel.
  • Computer mit Blauem Engel erfüllen eine Reihe von Umwelt- und Gesundheitskriterien. Beispielsweise enthalten die darin verwendeten Kunststoffe (sofern sie mindestens 25 Gramm wiegen, wobei die Tastatur von dieser Begrenzung ausgenommen ist) keine Halogene wie Chlor oder Brom, die Batterien und Akkus sind frei von Blei, Cadmium und Quecksilber. Außerdem besteht die Verpackung der Geräte nicht aus halogenhaltigem Kunststoff wie PVC. Darüber hinaus gelten weitere Kriterien, mit denen die Geräte „grüner“ werden. So sind sie relativ gut zu reparieren, aufzurüsten und zu recyceln. Außerdem sind sie sparsam im Stromverbrauch.
  • Viele Texte brauchen einen guten Ausdruck, einen Ausdruck auf Papier hingegen nicht unbedingt. Die meisten Drucker könnten viel häufiger pausieren. Indem Dokumente elektronisch statt als Blattsammlung verwahrt werden, lässt sich nochmals viel Papier einsparen.
  • Bitte keine Werbung: Mehr als 30 Kilogramm Werbewurfsendungen landen jährlich in einem durchschnittlichen Briefkasten in Deutschland. Mit einem Aufkleber lässt sich die oft ungewollte Papierflut umwelt- und abfallfreundlich eindämmen.

Trennen & Entsorgen

Beim Mülltrennen alles richtig zu machen ist manchmal gar nicht so leicht. So gehen die Grundgleichungen „Alles Organische in die Biotonne“ oder „alles mit Zellstofffasern in die Papiertonne“ nicht unbedingt auf. Hier ein paar Tipps für Trennfüchse:

  • In die gelbe Tonne (bzw. in den gelben Sack) kommen Verpackungen mit grünem Punkt, ausgenommen Glas und Papier. Auch Getränkekartons mit grünem Punkt gehören in die gelbe Tonne.
  • In die Biotonne gehören weder Reste von Milchprodukten noch Fleisch- oder Fischabfall. Sie stören die Kompostierung und sollen in den Hausmüll geworfen werden. Kaffeesatz hingegen kann samt Filter in den Biomüll.
  • Papier kann nicht endlos oft recycelt werden, weil die Zellstofffasern bei jedem Durchlauf kürzer werden. Am Ende taugen sie noch für Toilettenpapier oder Küchenrollen. Solches Papier taugt nicht mehr für die blaue Tonne und kommt in den Restmüll, wenn es nicht ohnehin weggespült wird.
  • Energiesparlampen enthalten Quecksilber und gehören in die Sammelstelle, nicht in den Hausmüll.
  • In Altglascontainer soll nur sogenanntes Behälterglas geworfen werden, was vor allem Glasflaschen sind. Nicht hinein gehören Fenster-, Auto- oder Kristallglas. Wenn es möglichst sortenrein gehalten wird, kann Behälterglas theoreitsch beliebig oft wieder eingeschmolzen werden. Dafür ist auch wichtig, ordentlich nach Farben zu trennen. Wer sich schon gefragt hat, wohin blaue Flaschen gehören: zum Grünglas. Übrigens ist es ein hartnäckiges, aber falsches Gerücht, dass das nach Farben getrennte Altglas beim Abholen im Fahrzeug einfach zusammengekippt wird. In Wirklichkeit haben die Lastwagen im Inneren Kammern für braunes, grünes und weißes Glas.
  • Altbatterien gehören in dafür vorgesehene Sammelboxen, keinesfalls in den Hausmüll.
  • Auch Medikamentenreste haben nichts im Hausmüll zu suchen. Sie sollen entweder zurück in die Apotheke oder zur kommunalen Sammelstelle gebracht werden.

Alte Elektrogeräte richtig entsorgen

  • Ausgediente Elektrogeräte nicht zuhause horten: Egal ob motorisierte Zahnbürste oder Fernseher – sie gehören in die kommunale Sammelstelle.
  • Gemeinnützigen Organisationen nur Geräte spenden, die wirklich noch funktionieren.
  • Altgeräte lieber nicht auf Flohmärkten verkaufen.
  • Sammlungen von Elektrogeräten und Händler meiden, die sich vor kommunalen Sammelstellen postieren, um alte Geräte vor der Entsorgung abzufangen.
  • Alte Handys enthalten viele Edelmetalle, werden aber nicht recycelt sondern in tausenden Haushalten in Schubladen, Kisten oder Kartons gehortet. Mobiltelefone, die nicht mehr gebraucht werden, kann man nicht nur bei den kommunalen Sammelstellen abgeben, sondern auch an eine Reihe von Herstellern zurückschicken. Denen ist die Handyrückholung mitunter mehr wert als das Porto für die Versandtaschen: Manche Aktionen sind mit Spenden der Hersteller etwa an Umweltorganisationen verbunden, wie zum Beispiel bei dieser Althandy-Aktion.
  • Wer wegen eines kaputten Geräts keine Tour zur Sammelstelle machen will, kann Nachbarn, Verwandten oder Freunden anbieten, auch deren Altgeräte mitzunehmen. Vielleicht revanchieren sie sich beim nächsten Mal.
  • Wenn man selbst an Rechnern schraubt, erkennt Mainborads und Leiterplatten ohne bromierte Flammschutzmittel daran, dass sie nicht grün sondern blau gefärbt sind. Bei Kabeln gibt es auch PVC-freie Varianten aus Polyethylen (PE).

Mülltrennen in kleiner Küche

Was ist ein guter Mülleimer?