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Wieviel werfen wir weg?

Gehören bei uns bald der Vergangenheit an, sind woanders noch gang und gäbe: Müllkippen, Foto: Antje Schröter / pixelio.de

Foto: © Antje Schröter / PIXELIO

 

In 2008 hinterließ jeder Bewohner der Europäischen Union statistisch gesehen 524 Kilogramm Abfall, also etwas mehr als eine halbe Tonne. In Deutschland wurde mit 581 Kilogramm pro Kopf zwar mehr Müll als vom Durchschnittseuropäer gemacht. Aber die Bundesbürger recycelten und kompostierten auch deutlich mehr, nämlich 65 Prozent ihres Abfalls gegenüber 40 Prozent im EU-Schnitt. Was übrig bleibt, wird bei uns fast komplett verbrannt, in 2008 landete nur etwa ein Prozent der kommunalen Abfälle auf Müllkippen.

Vor allem weil sich die Konsumgewohnheiten in den neuen EU-Mitgliedstaaten immer weiter denen in den alteingesessenen EU-Ländern angleichen, erwartet die Europäische Umweltagentur, dass jeder Europäer 2015 im Schnitt ein Viertel mehr Abfall produzieren wird als 2005. In den neuen Mitgliedstaaten sind zudem die Recyclingquoten noch sehr niedrig: In Bulgarien, Litauen, Rumänien und Polen werden mehr als 90 Prozent des Mülls deponiert. Auch wegen der von den Halden in großer Menge entlassenen Treibhausgase hofft die Umweltagentur auf bald bessere Entsorgungsmethoden der dortigen Abfallwirtschaft. In Deutschland ebbte das Anschwellen des Müllbergs in den vergangenen Jahren ab. Anscheinend hat es sich vom Wirtschaftswachstum abgekoppelt: Laut Bundesumweltministerium ist die Wirtschaft zwischen 1992 und 2004 um 15 Prozent gewachsen während die Menge der Haushaltsabfälle fast gleich geblieben ist.