Das Grüne Zertifikat

Für viele Betriebe in Deutschland gehörte eine umweltverträgliche Schnittblumenproduktion mit dem Einsatz von Nützlingen, wassersparender Bewässerung, bedarfsgerechter Düngung sowie Umweltschutzmaßnahmen schon länger zum Berufsalltag. Jedoch fehlten nachprüfbare Richtlinien für einen umweltfreundlichen Zierpflanzenanbau und die Kontrolle ihrer Einhaltung. Auf Initiative von Gartenbauverbänden hat der Berufsverband Zierpflanzen (BVZ) Richtlinien für den "Kontrollierten Umweltgerechten Zierpflanzenanbau (KUZ)" mit einem entsprechenden Kontrollsystem und zugehörigem Siegel entwickelt.

Gartenbaubetriebe, die nach den KUZ-Richtlinien produzieren, sind an dem Siegel "Das Grüne Zertifikat - Partner mit System kontrollierter umweltgerechter Zierpflanzenbau" zu erkennen, das seit 1997 vergeben wird. Der "Kontrollierte Umweltgerechte Zierpflanzenbau" umfasst folgende Kriterien:
  • Boden: Dünger und Substrate werden so eingesetzt, dass der Boden geschützt und die Bodenfruchtbarkeit erhalten wird.
  • Wasser und Bewässerung: Trinkwasserreserven werden geschont und eine Nährstoffauswaschung in das Grundwasser nach Möglichkeit vermieden.
  • Pflanzenschutz: Pflanzenbauliche, mechanische, bio-technische und biologische Maßnahmen stehen im Mittelpunkt. Biologischer Pflanzenschutz hat Vorrang, chemische Maßnahmen werden auf das notwendige Maß beschränkt und erst eingesetzt, wenn biologische Verfahren nicht wirken oder kein ausreichender Behandlungserfolg zu erwarten ist.
  • Energie: Energieverbrauch und Emissionen werden minimiert.
  • Vermarktung und Kundenberatung: Kunden werden über umweltfreundliche Maßnahmen in der Hobbygärtnerei informiert.
  • Abfall: Es wird vor allem auf Vermeidung und die Wiederverwertung von Abfallprodukten geachtet. Eine ordnungsgemäße Entsorgung erfolgt.
  • Management und Weiterbildung: Die Mitarbeiter werden in den Bereichen des umweltgerechten Zierpflanzenbaus qualifiziert.
  • Arten-, Natur- und Landschaftsschutz: Schaffung von zusätzlichen Lebensräumen für Flora und Fauna.

Nach Angaben des Verbandes geht KUZ in seinen Anforderungen an die Produktion und an die Betriebe über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. Das Prüfungs- und Kontrollverfahren läuft über die zuständigen Landesverbände des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG). Hier gehen die Anträge auf Betriebsprüfung ein und werden an eine unabhängige Institution weitergeleitet, die die Prüfung vornimmt. Zurzeit prüft die Agrar-Control GmbH (ACG) als anerkannte Zertifizierungsstelle für Qualitätskontrolle die Betriebe. Das Zeichen wird dann vom zuständigen Landesverband des ZVG vergeben. Werden Mängel festgestellt, so bekommt der Betrieb zunächst eine Frist zu ihrer Behebung. In Nachkontrollen wird überprüft, ob die Mängel tatsächlich behoben wurden. Durch Kontrollen im Abstand von zwei Jahren und Stichprobenkontrollen wird bei Betrieben mit dem "Grünen Zertifikat" regelmäßig kontrolliert, ob die Richtlinien für eine umweltfreundliche Produktion noch eingehalten werden.