Es tut sich - was?

Das Bewusstsein für die Strukturen und problematischen Hintergründe der IT-Industrie wächst nur langsam. Die Untersuchung der Arbeits- und Herstellungsbedingungen in den Zulieferbetrieben für die weltweite Computer-Industrie steht noch am Anfang. Außer Frage steht jedoch schon jetzt: Die ökologischen und sozialen Folgen der derzeitigen globalen Praxis sind fatal. Doch bislang haben Verbraucher keine Alternative. Kein Hersteller bietet derzeit Desktop-Computer oder Notebooks an, die unter umwelt- und sozial gerechten Bedingungen hergestellt worden sind. Auch die Marken geben Verbrauchern keine Orientierung: Zwar mögen die technische Ausstattung, das Design und das Logo auf dem Gerät variieren. Dennoch können die Bauteile von denselben Zulieferern stammen oder in der selben Fabrikhalle zusammengesetzt worden sein.

Doch es bewegt sich was. Verbraucher haben verschiedene Möglichkeiten, den "ökologischen und sozialen Rucksack" ihrer Geräte nicht noch schwerer zu machen als er ist. Die Industrie zeigt ihr Problembewusstsein mit freiwilligen Selbstverpflichtungen, die immerhin ein Anfang sind. Auch auf Seiten verschiedener Nichtregierungsorganisationen formiert sich politisches Engagement für Verbesserungen in der IT-Industrie und schließlich entstehen bereits erste Projekte wie Fairphone und Die Faire Maus, die nicht nur konkrete Produkte als ökologische und soziale Alternativen entwickeln, sondern auch die Lieferkette und Herstellungsprozesse für den Verbraucher transparenter gestalten.