Häufige Fragen

Computer sind doch High-Tech-Produkte. Welche ökologischen oder sozialen Probleme kann denn ihre Herstellung schon mitbringen?
Können die vielen wertvollen Rohstoffe, die in einem Gerät verarbeitet werden, nicht zurückgewonnen werden?
Dass die Arbeitsbedingungen in der asiatischen Computer-Industrie so schlecht sind, ist ja seit längerem bekannt. Aber unter welchen Bedingungen werden denn die europäischen oder amerikanischen Markenprodukte hergestellt?
Woran erkenne ich Computer, die ökologisch und sozial hergestellt wurden?
Was kann ich tun, damit mein Rechner nicht so viel Energie verbraucht?
Wieso ist es umweltfreundlicher, einen Computer möglichst lange zu nutzen und gegebenenfalls aufzurüsten, statt einen neuen zu kaufen?
Was ist beim Kauf eines gebrauchten Rechners zu beachten?
Ein neuer Rechner kostet im Angebot nur wenige hundert Euro. Ist ein gebrauchter, aufgerüsteter denn wirklich preiswerter?
Was ist zu tun, wenn ein Rechner unwiderruflich durch einen neuen ersetzt werden soll? Wie kann ich den alten sinnvoll entsorgen?
Die Selbstverpflichtungen der Elektronik-Industrie gehen vielen nicht weit genug. Aber könnten denn Unternehmen, die ihre Angestellten besser behandeln überhaupt im Preis-Wettbewerb bestehen?



Computer sind doch High-Tech-Produkte. Welche ökologischen oder sozialen Probleme kann denn ihre Herstellung schon mitbringen?
Um einen einzigen Computer herzustellen, sind nach Schätzungen des Wuppertal-Instituts etwa 19.000 kg Rohstoffe nötig. Neben rund 1.500 Litern Wasser, 22 kg chemischer Stoffe und 240 kg fossiler Energieträger sind es auch Edel- und Schwermetalle, die einen Rechner überhaupt erst funktionstüchtig machen: Kupfer, Zinn, Gold, Coltan-Erz und viele andere Metalle aus allen Teilen der Welt stehen so unbemerkt unter Millionen Schreibtischen. Ihre Gewinnung erfolgt allzu oft unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und bringt nicht selten schwere ökologische Schäden mit sich.

In den nachfolgenden Produktionsstufen - Herstellung der Einzelteile sowie Montage - fallen vor allem die sozialen Missstände ins Auge: Die Herstellung der Bauteile und die Montage von Desktop-Computern finden überwiegend in Asien statt: Laufwerke von den Philippinen, Monitore aus Japan und Festplatten aus China werden in chinesischen Sonderwirtschaftszonen zusammengesetzt. Die Massenfertigung der nötigen Teile erfolgt dort, wo die Produktionskosten am niedrigsten sind. Dafür werden die Arbeits- und Sozialstandards für die Arbeiter häufig auf ein unwürdiges Niveau gedrückt. Extreme Arbeitszeiten, Überanstrengung, Erschöpfung und niedrigste Löhne sind kennzeichnend für die Arbeit in den Computer-Fabriken. 

Können die vielen wertvollen Rohstoffe, die in einem Gerät verarbeitet werden, nicht zurückgewonnen werden?
Selbst wenn Demontage und Recycling unter ökologisch und ethisch vorbildlichen Bedingungen erfolgten, ließe sich doch nur ein Teil der eingesetzten Rohstoffe zurückgewinnen. Vor allem die in der Herstellung aufgewendete Energie kann kaum zurückgewonnen werden. Gehäuse und Elektronik enthalten nicht nur besonders wertvolle, sondern auch etliche umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe. Damit giftige Schwermetalle wie Blei und Quecksilber aus Röhren- und Flachbildschirmen, krebserzeugende Flammschutzmittel aus Platinen und Gehäuse-Kunststoffen oder auch das PVC aus den Kabelumhüllungen nicht nach Ende des Computerlebens Menschen und Ökosysteme gefährden, ist in der Entsorgung ein besonders sorgfältiger Umgang mit dem Elektroschrott notwendig.

Der überwiegende Teil des Umgangs mit dem Elektroschrott der Welt findet in Asien und dort vor allem in China und Indien statt. Immer wieder werden zudem illegale Elektronik-Schrott-Lieferungen nach Afrika beobachtet. Selbst bei vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen zu Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen in der Industrie, fehlt es dort vielfach an der Umsetzung. 

Dass die Arbeitsbedingungen in der asiatischen Computer-Industrie so schlecht sind, ist ja seit längerem bekannt. Aber unter welchen Bedingungen werden denn die europäischen oder amerikanischen Markenprodukte hergestellt?
Die Arbeitsteilung im globalen Computer-Geschäft ist sehr kleinteilig und verzweigt. Für Verbraucher bedeutet das: Wo der Marken-Hersteller, von dem sie den PC erwerben seinen Sitz hat, gibt keine Auskunft darüber, wo die Einzelteile gefertigt und wo sie montiert wurden. Egal, welcher Name auf dem Karton steht: Die Herstellung der Bauteile und die Montage von Computern finden überwiegend in Asien statt. Dabei sind es überwiegend so genannte Kontraktfertiger, die Einzelteile oder ganze Geräte im Auftrag und nach den Vorgaben anderer Unternehmen unter deren Markennamen herstellen. Je nach Auftraggeber wird in diesen Fällen die Produktion angepasst. PCs zweier verschiedener Marken können daher durchaus im selben Unternehmen montiert worden sein. 

Woran erkenne ich Computer, die ökologisch und sozial hergestellt wurden?
Gar nicht. Bislang haben Verbraucher keine Alternative. Kein Hersteller bietet derzeit Desktop-Computer oder Notebooks an, die unter umwelt- und sozial gerechten Bedingungen hergestellt worden sind. Auch die Marken geben Verbrauchern keine Orientierung: Zwar mögen die technische Ausstattung, das Design und das Logo auf dem Gerät variieren. Dennoch können die Bauteile von denselben Zulieferern stammen oder in derselben Fabrikhalle zusammengesetzt worden sein. 

Was kann ich tun, damit mein Rechner nicht so viel Energie verbraucht?
Die Energie, die nötig ist, um einen Computer zu bauen, würde dasselbe Gerät sieben Jahre lang in Betrieb halten. Der Stromverbrauch in der Elektronikindustrie steigt seit Jahren rasant. Die Geräte im Verlauf ihrer Nutzung energiesparend zu betreiben, ist da eine wichtige Maßnahme, den Energieverbrauch nicht zusätzlich in die Höhe zu treiben. Daher empfiehlt es sich, schon beim Kauf der Geräte auf ihre Energieeffizienz zu achten. Siegel wie der Blaue Engel, das TCO-Zeichen, das GEEA-Zeichen und der Energy-Star helfen bei der Orientierung (Mehr dazu finden Sie hier).

Steht der Computer erstmal auf dem Schreibtisch, hilft die Energieverwaltung beim Stromsparen. Jeder Nutzer kann dabei selbst definieren, wann sich der Rechner automatisch in einen stromsparenden Modus versetzen soll (Mehr dazu finden Sie hier.)

Wieso ist es umweltfreundlicher, einen Computer möglichst lange zu nutzen und gegebenenfalls aufzurüsten, statt einen neuen zu kaufen?
Wo ein alter Rechner weiter seinen Dienst tut, muss kein neuer hergestellt werden - das spart Wasser, Energie, Edelmetalle und andere Rohstoffe. High-End-Technik, wie sehr leistungsfähige Grafikkarten oder Prozessoren verbrauchen auch mehr Energie. Wo ein technisch ausreichender Rechner statt eines High-End-Gerätes genutzt wird, wird also weniger Strom für den normalen Betrieb verbraucht. Wo kein alter Rechner entsorgt wird, fällt kein Elektroschrott an. Auch das kommt der Umwelt zugute, da die Entsorgung des Abfalls aus elektronischen Geräten sehr aufwändig ist und unter den heutigen Bedingungen nicht selten schwere ökologische Schäden verursacht. 

Was ist beim Kauf eines gebrauchten Rechners zu beachten?
Am Anfang der Überlegungen zur Anschaffung eines neuen Computers steht gründliches Nachdenken: Wofür wird das Gerät genutzt? Was soll es leisten, was braucht der Anwender nicht? Ist ein Notebook nötig oder besser ein stationärer PC? Nach den Antworten richtet sich, welche Anforderungen das Gerät in Sachen Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte und Software erfüllen muss. Darüber hinaus sollten sich die Interessenten nach dem Betriebssystem auf dem Rechner erkundigen. Um Lizenzprobleme zu vermeiden, werden nicht selten Open-Source-Systeme wie Linux aufgespielt - wer damit und den entsprechenden Anwenderprogrammen nicht umgehen kann oder will, muss also noch einmal in die Tasche greifen, um die gängigen Programme zu kaufen. Wichtig ist auch, wer den gebrauchten Computer verkauft: Fachhändler, die aufs innere und äußere Reinigen gebrauchter PCs und Notebooks sowie aufs Auf- und Umrüsten spezialisiert sind, bieten Verbrauchern die Sicherheit, dass der Rechner einwandfrei ist sowie eine Gewährleistungsfrist. Das entfällt beim Kauf von Privatpersonen. 

Ein neuer Rechner kostet im Angebot nur wenige hundert Euro. Ist ein gebrauchter, aufgerüsteter denn wirklich preiswerter?
Das kommt darauf an, was der Kunde will. Bei einem Neukauf zahlen die Käufer für ein standardisiertes Komplettpaket, egal ob sie die Ausstattung (an Soft- und Hardware) überhaupt brauchen. Ein gebrauchter Rechner wird von entsprechenden Fachhändlern dagegen speziell auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst. Die Computer, die bei spezialisierten Werkstätten für den Weiterverkauf um- und ausgerüstet werden, stammen zudem in aller Regel aus Unternehmen - schon das Grundgerät sowie die Wartung innerhalb ihres ersten Lebens sind da in aller Regel deutlich besser, als es ein Billig-Angebot bieten kann. Ohne einen gründlichen Preis-Leistungsvergleich geht es auch im Gebrauchthandel nicht: Die Preise gebrauchter Rechner unterscheiden sich genauso wie beim Neukauf, danach, welche Qualität Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte haben. Die Preisdifferenz zwischen neu und gebraucht ist zudem bei Notebooks meist kleiner als bei Desktop-PCs. 

Was ist zu tun, wenn ein Rechner unwiderruflich durch einen neuen ersetzt werden soll? Wie kann ich den alten sinnvoll entsorgen?
Ausrangierte Rechner, Notebooks, Bildschirme usw. sind so genannter Elektronikschrott und gehören daher keinesfalls in den Haus- oder Sperrmüll. Nimmt nicht der Händler beim Neukauf das alte Gerät zurück, um es einer sachgerechten Entsorgung zuzuführen, müssen Sie sich selbst auf den Weg zum nächsten Wertstoffhof machen. Die Abgabe der Geräte ist für Verbraucher kostenlos.

Nur weil das Netzteil hinüber ist und eine Reparatur unverhältnismäßig teuer wäre, sind aber nicht alle anderen Komponenten eines Computers auch unbrauchbar. Computer-Reparaturdienstleister behalten irreparable Geräte meist gern, um die noch verwendbaren Bauteile als Ersatzteile nutzen zu können. Nicht selten nehmen solche Dienstleister auch ausrangierte Geräte gern an.

Über Anzeigenblätter, Aushänge oder Online-Auktionen können nicht mehr gebrauchte Computer und ihre Komponenten oft auch noch für ein kleines Entgelt verkauft oder an Interessenten verschenkt werden. 

Die Selbstverpflichtungen der Elektronik-Industrie gehen vielen nicht weit genug. Aber könnten denn Unternehmen, die ihre Angestellten besser behandeln überhaupt im Preis-Wettbewerb bestehen?
Die Kosten für die Produktion eines Desktop-Computers oder eines Notebooks sind nicht hoch. Schätzungsweise 1 % des Endpreises für ein Notebook entfällt wirklich auf die Löhne. Der größte Teil der Kosten wird durch die Vermarktung der Geräte verursacht. Spürbare Verbesserungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter in der internationalen Computer-Industrie müssten also für die hiesigen Käufer nicht ins Gewicht fallen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Umdenken auf Seiten der Auftraggeber: Sie bestimmen durch ihre Unternehmenspolitik und die Vorgaben an die Zulieferer maßgeblich, unter welchen Bedingungen die Produktion überhaupt ablaufen kann.