Rohstoffgewinnung

Holz
Speckstein
Tierische Rohstoffe


Holz
Für den fortschreitenden Raubbau an Regenwäldern ist überwiegend die papier- und holzverarbeitende Industrie verantwortlich. Ein relativ geringer Teil der weltweiten Vernichtung der Regenwälder, die Schätzungen gehen von ca. zwei Prozent aus, geht auf das Konto kunsthandwerklicher Produktion.

Doch um auch dabei den Raubbau am wertvollen Regenwald zu verhindern, gibt es Alternativen zur Verwendung von Tropenholz. Beispielhafte Arbeit leisten hier die Kooperationspartner im Fairen Handel. Sie setzen sich für den Ersatz von tropischen Harthölzern durch schnellwachsende Hölzer für die Herstellung von Kunsthandwerk und Kinderspielzeug ein.

In Sri Lanka wird beispielsweise vorwiegend der schnell wachsende Gummibaum für die Herstellung von Kunsthandwerk verwendet. In Ghana kommt vorwiegend Osesse zum Einsatz, ein schnell wachsendes, stabiles Holz. Auch Mango im Plantagenbau hat in den letzten Jahren als Rohstoff für Kunsthandwerk an Bedeutung gewonnen. In Indien sind Haldu als helles Weichholz und Sheesham als dunkles Hartholz traditionell die am häufigsten verwendeten Plantagenhölzer für die handwerkliche Produktion. Aufgrund strenger indischer Auflagen über die Wiederaufforstung gibt es bei Sheesham oft Engpässe. Daher sind auch dafür Alternativen gefragt und vermehrt werden Mango und Gummibaum verwendet.

Das Mango- und Gummibaumholz sind praktisch Abfallprodukte aus ausgedienten Plantagen, es handelt sich hier um "altersschwache", wenig produktive Bäume, die Neupflanzungen Platz machen müssen. Auch wenn es sich hier um eine sekundäre Nutzung der Plantagen handelt, bleiben die generellen ökologischen Auswirkungen der Monokulturen bestehen. (Ausführliche Informationen rund um die Holzproduktion finden Sie im Themenspecial Holz und Holzprodukte).


Speckstein
In der Herstellung von Kunsthandwerksartikeln spielt der Speckstein eine herausragende Rolle. Das Material ist weich und lässt sich daher gut verarbeiten. Zudem kommt Speckstein in vielen verschiedenen Farben vor. Der Abbau von Speckstein erfolgt in großen Specksteinbrüchen, die über viele Jahre ergiebig sind.

Speckstein, Seifenstein oder Stearit (chem. Formel 3 MgO* 4 SiO4 * H2O) gehört zu den Talkgesteinen. Er ist verhältnismäßig weich und fühlt sich "fett" an. Speckstein kann relativ leicht verarbeitet werden (Feilen, Schnitzen, Schneiden, Sägen). Seit der Steinzeit findet Speckstein Verwendung bei der Herstellung von Gefäßen, Pfannen, Heizöfen, Siegeln und in der Bildhauerei. Derzeit wird das Material hauptsächlich für die Herstellung hochwertiger Elektrokeramik, Schmierstoffe wie Talkumpulver oder bei der Herstellung von Kosmetika (Puder) eingesetzt. Mit relativ einfachen Werkzeugen werden aus Speckstein auch kunstvolle Schnitzereien hergestellt.

Speckstein wird auf allen Kontinenten abgebaut, doch die Qualität der Specksteine ist je nach Abbaugebiet unterschiedlich. Der nordische Speckstein ist relativ hart und stabil. Er wird zum Teil immer noch zu Kachelöfen, Fußböden und Gebrauchsgegenständen im Haushalt verarbeitet. Der mitteleuropäische Speckstein ist sehr brüchig und eignet sich eigentlich nur für die Herstellung von Isoliermaterial. Für die künstlerische Gestaltung sind weiche Specksteinarten am besten geeignet. Sie kommen überwiegend in südlichen Regionen wie Afrika, Südamerika, China oder Australien vor.

Speckstein kommt natürlicherweise in verschiednen Farben vor. In der Schweiz wird u.a. schwarzer und grün-grauer Speckstein abgebaut, aus Brasilien kommen braune, braun-grüne, schwarze, weiße oder orange Arten, aus Indien grüne und weiße und aus China rosa und weiß-grauer Speckstein. In Kenia wird vor allem lachs- und elfenbeinfarbener Speckstein abgebaut.

Nach dem groben Schnitzen werden die Kunstgegenstände geschliffen und gewaschen. Je nach Geschmack des Künstlers können die fertigen Objekte farblich verändert werden. Zum Einfärben werden beispielsweise in der Kisii Soapstone Cooperative in Kenia Naturwachse eingesetzt, der Farbton rührt vom Zusatz künstlicher Farben.

Asbest in Speckstein
Ende 2001 wurde die Öffentlichkeit durch Meldungen über Spuren von Asbest im Speckstein auf die gesundheitsgefährdende Aspekte der Specksteinverarbeitung aufmerksam. Asbest kann natürlicherweise im Speckstein vorkommen, ist jedoch nicht generell in jeder Sorte und jedem Vorkommen enthalten.

Asbest ist ein Mineral aus feinsten Fasern, die bei Bearbeitung leicht freigesetzt werden können. Beim Schleifen, Sägen, Schneiden, Bohren oder Polieren von Speckstein kann so Asbest mit den entstehenden Stäuben in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Die feinen Asbestfasern gelten als krebserregend. Äußerlich kann man dem Speckstein-Rohmaterial nicht ansehen, ob es asbesthaltig ist oder nicht. Erst eine Untersuchung im Labor bringt Klarheit. Geschieht die Verarbeitung nass bzw. unter fließendem Wasser, können Freisetzung und Aufnahme von Asbest weitgehend ausgeschlossen werden. Von fertiggestellten, polierten oder gewachsten Artikeln geht keine Gesundheitsgefahr aus.


Tierische Rohstoffe
Für die Herstellung von Kunsthandwerksartikeln werden auch Naturmaterialien eingesetzt, die von Tieren stammen. So zum Beispiel Elefanten-Stoßzähne, Hufmaterial, Knochen oder die Federn besonders schöner Vögel. Der steigende Absatz von traditionell hergestellten Kunstgegenständen trägt dazu bei, dass die Bestände einiger Tierarten, etwa Elefanten, Nashörner oder Schildkröten, bedroht sind.

Besonders Elfenbein wird schon seit Jahrhunderten als Material für Skulpturen und Schmuck verwendet. Der kommerzielle Handel mit Elefanten-Elfenbein wurde zum Schutz der von Ausrottung bedrohten Elefanten durch das Artenschutzgesetz von 1989 verboten. Dennoch ist das Material nach wie vor ein begehrter Rohstoff für die Herstellung von Skulpturen, Schmuck, Billardkugeln, Klaviertasten und im Möbelbau.

Trotz des bestehenden Verbotes blüht weltweit der Schwarzhandel mit Elfenbein. Aus dem Report von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF (World Wildlife Fund) und der Weltnaturschutzunion, geht hervor, dass der verbotene Rohstoff immer noch für die Herstellung von Schnitzereien, Siegelzeichen und Schmuck verwendet wird. Das Elfenbein stammt von gewilderten oder als Arbeitstiere gehaltenen indischen Elefanten, aus unkontrollierten alten Lagerbeständen oder es handelt sich um Schmuggelware aus Afrika. Eine effiziente Kontrolle könnte nach Ansicht des WWF helfen, die verbreitete Elefanten-Wilderei einzudämmen. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Auch Nashörner gehören zu den begehrten Trophäen und werden wegen ihrer Haut und des Horns gnadenlos gejagt. Ihre Haut wird zu Schilden und Amuletten verarbeitet, aus ihren Knochen und insbesondere dem Nasenhorn werden Schnitzereien sowie Medikamente und "Potenzmittel" hergestellt. Trotz internationaler Gesetze und regionaler Verbote für den Hornhandel gehen die natürlichen Bestände der Nashörner in Asien und Afrika zurück.

Wasserbüffelhorn ist genauso wie das Horn von Kamelhufen eine billige Alternative zu den seltenen Nashorn-Materialien. Wasserbüffelhorn ist ein beliebtes Material für Schnitzereien von Tierabbildungen, Gebrauchsgegenständen wie Kämme, Knöpfe, Vasen oder Brilleneinfassungen und kunstvoll geschnitzten Skulpturen. Das natürliche Wasserbüffelhorn ist dunkel gefärbt bis tief schwarz mit Maserungen und durchscheinenden Stellen. Nach einer Bleichung kann das Horn rötliche bis beige und bernsteinfarbene Töne haben. Wasserbüffel sind in Asien und Afrika als Arbeitstiere weit verbreitet.