Häufige Fragen

Woran erkenne ich Tropenholz?
Stimmt es, dass Fenster, Türen und Gartenmöbel aus Tropenholz sein sollten, weil nur dies den Witterungseinflüssen standhält?
Ist der kommerzielle Holzeinschlag tatsächlich für die Vernichtung der Tropenwälder verantwortlich?
Sollte man Tropenholz boykottieren?
Woran erkenne ich nachhaltig erzeugte Holzprodukte?
Schützt die Verwendung von Altpapier die Wälder?

Woran erkenne ich Tropenholz?
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal von Tropenhölzern ist ihr Name: Teak, Meranti, Ramin, Gabun, Palisander oder auch Bongossi sind häufiger anzutreffende Tropenholzarten. Zum anderen weisen Tropenhölzer keine Maserung auf, da sich im warmen Klima der immerfeuchten Tropen keine Jahresringe bilden. Im Zweifel hilft unsere Tabelle der einheimischen Baumarten, um Tropenhölzer gezielt zu umgehen.

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Stimmt es, dass Fenster, Türen und Gartenmöbel aus Tropenholz sein sollten, weil nur dies den Witterungseinflüssen standhält?
Einige Tropenhölzer, wie etwa Teak, sind in der Tat besonders strapazierfähig. Das muss jedoch nicht zwangsläufig heißen, dass andere Hölzer für den Außenbereich ausscheiden würden. So ist zum Beispiel das Holz der Robinie ebenfalls sehr haltbar und wird deshalb mehr und mehr als nachhaltige Alternative zu Teak-Hölzern angeboten. Bei Fenster und Türen können auch einheimische Hölzer verwendet werden, etwa Kiefer. Allerdings sollten sie durch bauliche Maßnahmen, etwa Anlage einer Traufe oder eines Überdachs, vor direktem Witterungseinfluss geschützt werden. Wer dennoch Tropenholz bevorzugen möchte, sollte auf das FSC-Zeichen achten.

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Ist der kommerzielle Holzeinschlag tatsächlich für die Vernichtung von Tropenwälder verantwortlich?
Die Forstwirtschaft führt nur wenige Kubikmeter Holz pro Hektar Tropenwald einer kommerziellen Nutzung zu. Daraus kann aber keineswegs auf eine sanfte Nutzungsform geschlossen werden. Im Gegenteil: Die wenigen wirtschaftlich interessanten Bäume werden mit hohem Maschineneinsatz zugänglich gemacht. Dadurch werden bisher unversehrte Wälder aufgerissen und mit Schneisen für den Abtransport des Holzes durchzogen. Um eine lohnende Menge Holz zu ernten, müssen auf diese Weise große Flächen erschlossen werden. Diese Erschließung ist meist der Auslöser für die völlige Vernichtung der Wälder durch nachkommende Siedler oder Industriebetriebe.

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Sollte man Tropenholz boykottieren?
Der Tropenholz-Boykott war die erste Reaktion der Umweltbewegung auf die Vernichtung der Tropenwälder. Er hat sich allerdings inzwischen überholt, da er keineswegs sicherstellt, dass die gefährdeten Wälder erhalten bleiben. Heute setzen auch die meisten Umweltverbände auf die Stärkung ökologisch und sozialverträglicher Waldnutzung weltweit. Sie schützt die Wälder und bietet der lokalen Bevölkerung Arbeit und Einkommen.

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Woran erkenne ich nachhaltig erzeugte Holzprodukte?
Holzprodukten ist ihre Herkunft nicht anzusehen. Deshalb bedarf es immer einer Angabe der Herkunft bzw. eines aussagekräftigen Umweltzeichens, um sicher zu gehen. In Deutschland erzeugte Hölzer sind zumindest nach dem Kriterium einer mengenorientierten Nachhaltigkeit erwirtschaftet worden. Tragen sie ein FSC- oder Naturwald-Zeichen, erfüllen sie sogar höchste ökologische Ansprüche. Bei Importhölzern bietet allein das FSC-Siegel eine verlässliche Auskunft über den nachhaltigen Ursprung.

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Schützt die Verwendung von Altpapier die Wälder?
In Deutschland liegt der Papierverbrauch pro Kopf bei über 200 kg im Jahr. Zum Vergleich: In Frankreich liegt der Verbrauch mit 175 kg/Kopf, in Spanien mit 152 kg/Kopf deutlich niedriger. Der dafür benötigte Zellstoff wird zum großen Teil durch die Kahlschläge in den Wäldern der nördlichen Breiten gewonnen. Der Einsatz von Altpapier verringert den Bedarf an frischem Zellstoff und trägt deshalb auch zum Schutz der Wälder bei.

Auch die Inbetriebnahme der ersten deutschen Zellstofffabrik in Stendal ändert daran nichts. Zwar kann auch sie zum Schutz der Wälder beitragen, indem sie aus Kahlschlägen stammendes Holz durch Schwachhölzer aus deutschen Wäldern ersetzt. Würde der Frischzellstoff aus Stendal dagegen an Stelle von Altpapier eingesetzt, wäre dies ein ökologischer Rückschritt. Denn die Herstellung einer Tonne Papier aus Altpapier benötigt im Vergleich zur Produktion derselben Menge aus frischem Zellstoff nur etwa die Hälfte an Wasser und Energie und belastet die Luft nur mit einem Viertel der Schadstoffe.

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