Umwelt- und sozialverträgliche Waldnutzung

Mit der Diskussion um das Waldsterben und die Vernichtung der Tropenwälder wurde in den 80er Jahren auch die Frage aufgeworfen, ob und vor allem wie die Wälder der Welt zu bewirtschaften sind. Den von den Umweltverbänden forcierten Boykott-Aufrufen für Tropenholz folgte im Laufe der 90er Jahre mehr und mehr die Erkenntnis, dass die Alternative zum Raubbau nicht Boykott, sondern die weltweite Umsetzung ökologisch und sozial verträglicher Waldbewirtschaftungsmethoden ist. "Nachhaltige Nutzung" wurde zum Zauberwort für die Zukunft der Wälder.

Nach vielen Versuchen, alternative Bewirtschaftungsmethoden beispielsweise in Tropenländer zu fördern, wird inzwischen klar, dass vor allem die Vermarktung der Produkte eine entscheidende Rolle spielt. Während sich für die in vielen Ländern auch wirtschaftlich bedeutende Sammlung von Waldfrüchten, Pilzen etc. meist vor Ort Abnehmer finden, steht bei der Holzerzeugung in der Regel der Export im Vordergrund. Auf dem Weltmarkt haben nachhaltig erzeugte Hölzer allerdings nur eine echte Chance, wenn sich Abnehmer finden, die bereit sind, den in aller Regel höheren Aufwand auch zu bezahlen.

Doch was im Einzelfall als nachhaltig anzusehen ist, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Sind Teakholz-Plantagen in Malaysia ökologisch und sozial verträglich? Kann der Regenwald an der nordamerikanischen Küste überhaupt nachhaltig genutzt werden? Ist der Kahlschlag in Sibirien ökologisch angepasst? Sind Fichtenwälder in Deutschland eine echte Alternative oder Umweltfrevel?

Verbraucherinnen und Verbraucher stehen dem "Streit der Weisen" zuweilen hilflos gegenüber. Auch der Handel zeigt sich überfordert. Gefragt nach dem Wirrwarr aus Begriffen und Labeln strecken die meisten Verkäufer sogleich die Waffen. In der Regel ist den Händlern nicht einmal das Ursprungsland des Holzes bekannt, geschweige denn die Import- oder Holzfirma, die es eingeschlagen hat. Und von den sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen weiß hier in Deutschland ohnehin kaum einer etwas. Es empfiehlt sich schon aufgrund dieser Unsicherheit, beim Einkauf Produkte aus einheimischen Hölzern zu bevorzugen. Dazu kommt als weiteres Umweltplus die Vermeidung schadstoffträchtiger Transporte rund um den Globus. Etwa 20 bis 30 Holzsorten stehen in Mitteleuropa zur Verfügung, rund die Hälfte davon gilt als einheimisch. Einen Überblick über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten einheimischer Hölzer erhalten Sie hier.