Häufige Fragen

Unterscheiden sich eigentlich auch Fernseher wesentlich in ihrem Energieverbrauch?
Was ist vor dem Hintergrund klimafreundlichen Haushaltens von Herden mit Pyrolyse-Funktion zu halten?
Wenn klimabewusstes Handeln im Alltag so wichtig ist, wieso werden dann die Verbraucher nicht dabei unterstützt, in dem zum Beispiel auf allen Produkten die CO2-Bilanz angegeben wird?
Wie finde ich einen günstigen und guten Ökostrom-Anbieter?
Ich möchte beim Kauf von Papierprodukten umwelt- und klimabewusst handeln. Ist da die Formulierung "chlorfrei gebleicht" hilfreich?
Wofür steht das Zeichen Stop Climate Change?
Vor allem im Zusammenhang mit Flugreisen wird Verbrauchern immer häufiger angeboten, eine so genannte CO2-Kompensation vorzunehmen. Ist das nicht im Grunde nur Ablasshandel?


Unterscheiden sich eigentlich auch Fernseher wesentlich in ihrem Energieverbrauch?
Mit dem Trend zum Heimkino und den technischen Entwicklungen zu Flachbildfernsehern halten in vielen Wohnzimmern immer größere Geräte Einzug. Je nach Größe und Nutzung kann allein der Fernseher pro zwischen 100 und 400 kWh Strom im Jahr verbrauchen - beim Kauf und im Alltag auf den Stromverbrauch zu achten, lohnt sich also.

Moderne Geräte verfügen zum Beispiel nicht nur über das bekannte passive Stand-by, bei dem ein rotes Lämpchen signalisiert, dass der Fernseher Strom hat und durch die Fernbedienung unmittelbar aktiviert werden kann. Funktionen wie eine elektronische Programmzeitschrift erfordern zusätzlich auch noch ein aktives Stand-by: Trotz schwarzem Bildschirm verbrauchen diese Geräte Strom, während die verschiedenen Funktionen automatische Updates erfahren. Damit Sie selbst entscheiden können wann und wofür ein Gerät Energie verbraucht, sollten Neugeräte stets einen Netzstecker haben, mit denen sie sicher vollständig ausgeschaltet werden können. Wo das nicht der Fall ist und für Leute, die den Stand-by-Zustand nicht missen wollen, können Stand-by-Leistungen von weniger als 1 W wenigstens dessen Energieverbrauch minimieren. www.ecotopten.de bietet Ihnen eine Übersicht über besonders energiesparende Fernsehgeräte.

Was ist vor dem Hintergrund klimafreundlichen Haushaltens von Herden mit Pyrolyse-Funktion zu halten?
Pyrolyse ist der Fachausdruck für die Zersetzung von Stoffen durch Hitze. Backöfen, die diese Funktion aufweisen, verfügen über ein spezielles Programm, das eine Zusatzheizung startet. Bei etwa 500°C und relativ geringer Luftzufuhr verschwelen bzw. veraschen organische Verunreinigungen, wie herabgetropfter Bratensaft, Ei- und Käsemassen und ander Verunreinigungen, die in viel genutzten Backöfen häufig auftreten. Die Pyrolysefunktion soll die Reinigung des Backofens vereinfachen und so die Hausarbeit erleichtern. Allerdings sind Öfen mit dieser Funktion schon in der Anschaffung verhältnismäßig teuer. Die Pyrolyse selbst ist zudem sehr energieaufwändig und ersetzt keineswegs das Reinigen des Gerätes. Geld- und Energiesparender ist es da, den Ofen von Hand zu reinigen und dafür zu sorgen, dass möglichst wenige eingebrannte Verschmutzungen entstehen.

Wenn klimabewusstes Handeln im Alltag so wichtig ist, wieso werden dann die Verbraucher nicht dabei unterstützt, in dem zum Beispiel auf allen Produkten die CO2-Bilanz angegeben wird?
Angesichts der spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und der öffentlichen Diskussion um ein klimabewusstes Verhalten interessieren sich immer mehr Menschen dafür, wie viel CO2 bei Produktion und dem Transport von Konsumartikeln wie Lebensmitteln, T-Shirts oder Elektrogeräten frei wurden. Doch es ist sehr schwer, die produktspezifische Emission von Treibhausgasen (THG) zu erfassen. Ein vereinfachter Ansatz der CO2-Bilanzierung über die überschlägige Ermittlung der Transportstrecken erscheint nur für wenig komplexe Produkte geeignet. Er wird zurzeit vor allem für Lebensmittel diskutiert. So ist zum Beispiel in zwei britischen Supermarktketten die Einführung zweier Label für Lebensmittel geplant, die per Flugzeug importiert wurden. Darüber hinaus wird in Großbritannien und Österreich an der Entwicklung eines Zertifizierungssystems für die produktspezifische CO2-Emission bei Lebensmitteln gearbeitet. Außerhalb des Lebensmittelhandels liegen aber bisher kaum produktbezogene CO2-Bilanzen vor. Angesichts der in aller Regel sehr komplizierten Produktions- und Transportketten wird sich das voraussichtlich auch künftig kaum ändern. Verbrauchern, die klimafreundlich einkaufen wollen, wird also weiterhin nur sorgfältiges Informieren und Abwägen bleiben.

Wie finde ich einen günstigen und guten Ökostrom-Anbieter?
Mit Öko-Strom steigen Sie persönlich aus der Atom- und Kohlestromversorgung aus und fördern gleichzeitig den Bau neuer klimaschonender Stromerzeugungsanlagen. In diesem Zusammenhang bieten das Grüner-Strom-Label (GSL) und das Zeichen ok-Power verlässliche Orientierung - in der Datenbank www.label-online.de finden Sie dazu ausführlichere Informationen. Doch auch Öko-Stromanbieter arbeiten mit verschiedenen Energieformen. Und wie im konventionellen Segment unterscheiden auch sie sich regional oftmals stark in Angebot und Preis. In einigen Regionen sind Ökostrom-Anbieter sogar preislich günstiger als die großen Grundversorger. Jeder Haushalt muss daher "seinen" Anbieter selbst ermitteln. Einen Überblick über Anbieter und ihre Preise bieten verschiedene  Stromkostenrechner im Internet. Einige Beispiele dafür haben wir Ihnen im Service zusammengestellt.

Ich möchte beim Kauf von Papierprodukten umwelt- und klimabewusst handeln. Ist da die Formulierung "chlorfrei gebleicht" hilfreich?
Nein. "Chlorfrei gebleicht" bedeutet, dass der verarbeitete Zellstoff nicht mit elementarem Chlor gebleicht wurde. Allerdings können im Rahmen der ECF-Bleiche durchaus Chloroxide eingesetzt worden sein. Ob, wie beim TCF-Verfahren, völlig auf Chlor und seine Verbindungen verzichtet wurde, ist aus dieser Formulierung nicht ersichtlich. Die Formulierung gibt also keine Auskunft über die Umweltfreundlichkeit der Produktion. Wirklich klimaschonend ist darüber hinaus nur Recyclingpapier. Dies erkennen Sie verlässlich am Blauen Engel.

Wofür steht das Zeichen Stop Climate Change?
In Deutschland gibt es erste Ansätze, über eine Kennzeichnung die gesamte Klimabilanz eines Produktes zu ermitteln. So soll das Siegel "Stop Climate Change" (SCC) Verbraucher auf "emissionsfreie Produkte" hinweisen. Bio-Bananen der dominikanischen BioTropic GmbH sind das erste Produkt das dieses Siegel tragen darf. Die Kriterien des von der Agrar- und Umwelttechnik GmbH Göttingen entwickelten Zeichens sind dabei streng: Neben dem Transportweg werden auch die CO2-Werte für Produktion, Lagerung und Verpackung des Lebensmittels berechnet und Potentiale zur Emissionsminderung ermittelt. Ziel ist die Umsetzung einer weitestgehend möglichen Minderung der Treibhausgas-Emissionen von der Aussaat bis zum Verkaufsregal. Die verbleibenden, "unvermeidbaren" Emissionen werden durch Zertifikate ausgeglichen - im Rahmen des Emissionshandels werden Rechte zum Treibhausgasausstoß aufgekauft, die an anderer Stelle wieder eingespart werden müssen. Die Aufschrift "emissionsfrei" ist allerdings irreführend, weil bei Herstellung und Transport der Produkte in jedem Falle Klimagase freigesetzt werden. Richtiger wäre da die Forumulierung, "klimaneutral" da die entstandenen Emissionen lediglich durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Vor allem im Zusammenhang mit Flugreisen wird Verbrauchern immer häufiger angeboten, eine so genannte CO2-Kompensation vorzunehmen. Ist das nicht im Grunde nur Ablasshandel?
Kompensationsmaßnahmen werden häufig grundsätzlich als Mittel kritisiert, mit dem sich die Verursacher von Klimagasemissionen ein gutes Gewissen verschaffen können. Befürworter führen ins Feld, dass Kompensationsangebot die Möglichkeit böten, Menschen die Klimaschädlichkeit ihrer Aktivitäten bewusst vor Augen zu führen. Sowohl in Unternehmen als auch im privaten Konsumverhalten werde die Übernahme von Verantwortung für das Klima also gefördert. Außerdem erhalte die Ressource Klima einen Marktpreis erhalte und verliere damit den Status eines allgemein vorhandenen Gutes.

Dem halten Kritiker entgegen, dass Kompensationsangebote dazu führten, dass Unternehmen und Personen ihr klimaschädliches Verhalten (zum Beispiel bei Flugreisen) mit dem vermeintlichen Verweis auf die Klimaneutralität beibehalten oder gar noch verstärken. Und auch die Maßnahmen selbst werden immer wieder heftig kritisiert:
  • Kompensation kann nur einen Anstieg der CO2-Emission abmildern, senken kann man die Emissionsmenge mit diesem Instrument nicht.
  • Die CO2-Freisetzung bestimmter Aktivitäten häufig zu niedrig, die CO2-Reduktion von Kompensationsprojekten zu hoch angesetzt.
  • Kontrollmechanismen greifen zu kurz und sorgen nicht für eine realistische Zuordnung der emittierten und der kompensierten CO2-Menge.
  • Es ist unklar, ob energiebedingte CO2-Emissionen durch Waldprojekte kompensiert werden können, da Aufforstungen mittelfristig fehlschlagen können und das eingebundene CO2 erneut in der Atmosphäre landet.
Empfehlenswerte Kompensationsmaßnahmen müssen sich deshalb auf unvermeidbare Emissionen beschränken und dürfen nicht als Alibi für unterlassene emissionsmindernde Maßnahmen herangezogen werden. Weitere Einschränkungen ergeben sich aus den erforderlichen Qualitätskriterien und Kontrollmechanismen. Die gegeneinander verrechneten CO2-Mengen müssen ebenso unabhängig berechnet und kontrolliert werden wie die Zusätzlichkeit der umgesetzten Maßnahme. Darüber hinaus muss ihre positive Klimawirkung irreversibel sein, Aufforstungen scheiden als seriöse Kompensationsprojekte daher aus.
Ungeachtet der berechtigten Kritik ist die Kompensation und das Angebot "klimaneutraler" Produkte eine innovative klimapolitische Handlungsoption für Unternehmen. Allerdings ist die Kompensation immer nur als zusätzliche freiwillige Maßnahme sinnvoll, die über die Umsetzung betriebsinterner Klimaschutzmaßnahmen hinausgeht, um die Klimabilanz außerhalb des eigenen Unternehmens zu verbessern und dies der Kundschaft zu verdeutlichen. "Klimaneutrale" Produkte sind insofern immer gleichzeitig Klimaschutz- und Kommunikationsinstrument.