Computer

1.800 bis 2.000 Einzelteile sorgen dafür, dass die Plastik-Kiste auf dem Schreibtisch sich Personal Computer (PC) nennen kann. Schätzungsweise 19.000 kg Rohstoffe sind nötig, um ein einziges dieser inzwischen alltäglichen Geräte herzustellen und in die hiesigen Läden zu transportieren. Bis ein Computer in Deutschland gegen ein neueres, schnelleres, leistungsstärkeres Gerät ausgetauscht wird, vergehen durchschnittlich drei Jahre. Am Ende der Nutzungsdauer ist schließlich die Entsorgung problematisch: Schon heute wächst der Anteil des Elektroschrotts am gesamten Müllaufkommen stärker als jeder andere Teil. Es liegt also auf der Hand, selbst etwas dafür zu tun, dass der "ökologische Rucksack" der Computer-Nutzung im Haushalt nicht unnötig prall werden zu lassen.

Weniger Strom verbrauchen
Die Energie, die nötig ist, um einen Computer zu bauen, würde dasselbe Gerät sieben Jahre lang in Betrieb halten können. Der Stromverbrauch in der Elektronikindustrie steigt seit Jahren rasant, die Geräte energiesparend einzusetzen, ist da eine wichtige Maßnahme, den Energieverbrauch nicht zusätzlich in die Höhe zu treiben. Die Energieverwaltung des Computers erlaubt jedem Nutzer, selbst zu definieren, wann sich der Rechner automatisch in einen stromsparenden Modus versetzen soll. Maßgeblich ist dafür stets, wie lange keine Eingaben oder Befehle über Tastatur, Maus usw. erfolgten. Einige Rechner haben für diese besonderen Modi sogar eigene Tasten auf der Tastatur, so dass man den jeweiligen Zustand nach Bedarf manuell herbeiführen kann: Im Stand-by-Betrieb wird die augenblickliche Systemkonfiguration vollständig in den Arbeitsspeicher übertragen. Die meisten anderen Systemkomponenten, wie etwa die Festplatten und der Monitor werden dabei abgeschaltet, die Stromversorgung bleibt jedoch erhalten. Auf Knopfdruck werden Betriebssystem und der letzte Stand der Tätigkeiten am Rechner wieder aktiviert, so dass sich dieser Modus vor allem für kurze Pausen - etwa das Abendessen - eignet. Ist der Nutzer länger nicht am Rechner, weil etwa ein Telefonat länger dauert oder eine andere Ablenkung ihn fernhält, sollte der Rechner automatisch in den Ruhezustand (sleep mode) gehen. Dabei wird zunächst der Stand aller gerade offenen Programme (der Arbeitsspeicher), auf die Festplatte übertragen. Im Anschluss wird die Stromversorgung aller anderen Systemkomponenten vollständig abgeschaltet. Der Rechner wird durch einen Druck auf den Einschaltknopf wieder aktiviert. Dann wird automatisch der letzte Stand der Benutzeroberfläche wiederhergestellt - man kann also einfach da weiterarbeiten, wo zuvor aufgehört wurde. Keineswegs energiesparend ist das so genannte Schein-Aus. Dabei geschieht das Ein- und Ausschalten des Rechners nicht über den bekannten Knopf am Gehäuse sondern über die Tastatur. Das ist zwar elegant, verbraucht aber eine ganze Menge Strom, da der Rechner nie wirklich vom Stromnetz getrennt wird. Der Energieverbrauch für das Schein-Aus summiert sich bei einem Privat-PC, der in der Regel länger aus- als eingeschaltet ist, auf etwa 70 kWh pro Jahr.

Im Zuge der Energieverwaltung des Rechners kann auch darüber entschieden werden, nach wie viel Minuten der Inaktivität der Bildschirmschoner anspringen soll. Die energiesparende Antwort darauf lautet: Nie. Ursprünglich hatten die bewegten Bilder des Bildschirmschoners die Aufgabe, in Ruhephasen das Einbrennen des aktuellen Desktop-Bildes auf dem Monitor zu verhindern. Bei heutigen Monitoren besteht diese Gefahr nicht mehr, so dass die Bildschirmschoner überflüssig geworden sind. Sie sind weiterhin sehr beliebt, doch dieser Spaß verbraucht mehr Energie, als es den Anschein hat: Für den Betrieb ist zusätzliche Rechenleistung nötig, die gerade für 3-D-Animationen schnell größer sein kann, als für den Betrieb der typischen Anwenderprogramme.

Verschiedene Siegel helfen Ihnen, besonders energieeffiziente Computer und Bildschirme zu erkennen. Sie finden Sie in unserem Themenspecial "Computer" sowie auf www.label-online.de

Aus alt neu machen
Dank des technischen Fortschritts sind die von Elektronikfachmärkten und Discountern gleichermaßen beworbenen PCs und Notebooks oftmals besser als das Gerät, das gerade zu Hause steht. Das ist irgendwann zu langsam für die neuesten Spiele oder nicht leistungsstark genug für die umfangreiche Musiksammlung. Doch so rohstoff-, arbeits- und energieintensive Geräte wie Computer einfach zu entsorgen, sobald es Besseres gibt, ist eine große Verschwendung. Jedes Jahr fallen zwischen 20 und 50 Millionen Tonnen Elektroschrott an - darin stecken riesige Mengen an Edel- und Schwermetallen, Energie und giftigen chemischen Verbindungen. Selbst wenn Demontage und Recycling unter ökologisch und ethisch vorbildlichen Bedingungen erfolgten, ließe sich doch nur ein kleiner Teil der eingesetztem Energie zurückgewinnen. Aufarbeitung und Weiternutzung sind da die ökologischeren Alternativen. Spezialisierte Computer-Reparaturdienste leisten nicht nur erste Hilfe, wenn sich Abstürze häufen. Sie sind oft auch in der Lage, den Rechner aufzumöbeln - nicht selten reichen fürs erste schon kleinere Maßnahmen an den Einstellungen, der Hard- oder der Software, um ihn für die nächste Zeit wieder fit zu machen. Und selbst wenn der alte Compi seinen Geist unwiederbringlich aufgegeben hat: Seine Komponenten können als Ersatzteile für andere Rechner noch gute Dienste leisten - Weiternutzung statt Entsorgung lautet also die Devise.

Soll ein neuer Computer angeschafft werden, empfiehlt sich zudem genaues Überlegen: Wofür wird das Gerät genutzt? Was soll es leisten, was braucht der Anwender nicht? Ist ein Notebook nötig oder besser ein stationärer PC? Viele Anwender nutzen den Rechner nur für die üblichen Office-Programme sowie die Kommunikation via Internet - aufwändige Grafik-Module und sehr große Speicherkapazitäten sind dafür nicht wichtig. Dann kann auch ein gebrauchtes Gerät eine gute Alternative zum Neukauf sein. In Fachgeschäften für gebrauchte Kommunikationselektronik werden die angekauften Geräte innen wie außen an Hard- und Software gründlich geprüft, gegebenenfalls aufgerüstet und weiterverkauft. Die Verbraucher erhalten eine Garantie wie beim Neukauf und kommen auf diesem Wege an Computer und Laptops, die vielleicht nicht ganz so chic, so schnell oder so leicht wie neuere Modelle am Markt sind, deren technische Ausstattung aber nichts zu wünschen übrig lässt. Bevor ein Computer Elektroschrott werden muss, kann er also durchaus ein langes Leben haben.